Razia

Harburg - Über den ganzen Tag haben Poliztisten unter Führung des LKA Nordrhein-Westfalen einen Juwelier in der Lüneburger Straße

durchsucht. Im Einsatz war auch der Technische Zug der Bereitschaftspolizei. Er ist beispielsweise in der Lage Tresore zu knacken. Das LKA Nordrhein-Westfalen führte am Dienstag einen "Schlag gegen eine international agierende kriminelle Vereinigung" durch, die mit Hilfe des sogenannten Hawala-Banking große Geldbeträge in die Türkei transferiert haben sollen. Von bis zu einer Million Euro pro Tag ist die Rede.

Es ging nicht nur um Beweismittel, die die bundesweit 850 eingesetzten Beamten finden wollten, sondern auch um die "Sicherung von Vermögenswerten". Wohl auch deshalb wurde bei dem türkischen Juwelier in der Fußgängerzone alle wertvollen Schmuckstücke aus den von außen sichtbaren Auslagen geräumt.

Insgesamt wurde bundesweit und in Holland an 62 Orten durchsucht. Sechs Haftbefehle wurden vollstreckt. Die Ermittlungen gegen 27 Beschuldigte führt eine Task-Force aus Polizei, Staatswanwaltschaft und Steuerfahndung.

Hawala-Banking ist ein Verfahren zum transferieren von Geld ins Ausland. Es wird traditionell in muslimischen Ländern angewandt und ist in Deutschland illegal, weil es komplett an den Geldinstituten vorbei betrieben wird. Dabei wird Geld hier eingezahlt. Der "Hawala-Banker" meldet das dem "Hawala-Banker" im Zielland. Der zahlt den Betrag aus. Tatsächlich fließt kein Geld über die Grenze. Es gibt keinen Beleg. Die "Überweisung" kann völlig anonym ausgeführt werden. Die "Hawala-Banker" kassieren eine Provision.

Woher das Geld stammt, dass mit diesem System transferiert wurde, ist unklar. Es eignet sich sehr gut, um Schwarzgeld, das mit illegalen Geschäften eingenommen wurde, aus dem Land zu bringen. Es nutzen aber auch Ausländer für die "Überweisungen" in ihre Heimat, wenn es dort beispielsweise kein funktionierendes Bankensystem gibt. zv