Baumbesetzer

Altenwerder - Bei der Baumbesetzung im Wald an den Vollhöfner Weiden ist kein Ende in sicht. Die Polizei hat die Versuche die Besetzer

aus den Bäumen zu holen, abgebrochen. Es ist zu gefährlich. Die Bäume sind teilweise morsch. Alle stehen auf weichem Grund, einige sogar im Wasser, wo die Wurzeln frei liegen und sie keinen Halt haben.

Jetzt will man einfach abwarten. Dabei kann es sogar dazu kommen, dass die Polizei die Baumbesetzer "füttern" muss. Der Grund ist die sogenannte "Schutzpflicht". Danach muss die Polizei helfen, wenn jemand in Gefahr gerät. Das kann bei einer längeren "Hangepartie" eintreten. Die Besetzer verbreiteten, dass sie für sieben Tage Nahrung hätten. Sie liegen in luftiger Höhe in Hängematten und klettern bei einer Annährung der Polizei noch weiter in die morschen Wipfel.

Hilfe könnte auch nötig werden, wenm die Besetzer gesundheitliche Probleme bekommen. Dann würde aus einem Räumungseinsatz ein Rettungseinsatz werden. Deshalb kamen am Freitag Höhenretter der Feuerwehr zum Vollhöfner Wald, um sich ein Bild zu machen, falls sie eingreifen müssen. Ein Notarzt hatte die Baumbesetzer bereits über die gesundheitlichen Risiken ihrer Aktion, beispielsweise kann es zu einem sogenannten "Hängetrauma" kommen, aufgeklärt.

Jetzt wird einfach abgewartet, bis die Besetzer von selbst von den Bäumen kommen. Als starken Verbündeten sieht die Polizei dabei das Wetter. Es soll schlecht, kalt und stürmisch werden.

Ein Besetzer liegt in luftiger Höhe in einer Hängematte. Foto: André Zand-Vakili

Die Politik arbeitet sich mittlerweile an dem Fall ab. Die Harburger Grünen halten die Räumung der Baumbesetzer im Vollhöfner Wald für "völlig unangemessen". „Wir hätten an dieser Stelle erwartet, das die zuständige Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in einen konstruktiven Austausch mit den Besetzern, aber auch den zahlreichen Initiativen zu geht“, sagt Fraktionsvorsitzende Britta Hermann und erklärt den Einsatz der Polizei für "schlicht lächerlich".

Die Deutsche Polizeigewerkschaft kritisiert die Grünen dafür. "Offenbar ist man dort der Auffassung, dass eine rechtswidrige Besetzung und das Errichten illegaler Behausungen zu vernachlässigen sei, wenn es der ‚guten Sache‘ dient und bei einer bestimmten Wählerklientel ankommt", sagt deren Landesvorsitzender Joachim Lenders. "Das hat wenig mit Rechtsstaat, aber ganz viel mit Parteipolitik zu tun."

Die Hamburger AfD bewertet es so: "Hier greift die grüne Ideologie, die kriminelle Öko-Revoluzzer in Schutz nimmt und glaubt über dem Gesetz zu stehen."

Die Harburger SPD verbreitete bislang keine Meinung. Immerhin ist der für den Räumungseinsatz verantwortliche Innensenator Andy Grote ein Genosse.

Die Harburger Linken schickten, zumindest am Donnerstag, zwei "Beobachter".

Wie teuer der Einsatz am Ende werden wird, will man bei der Polizei auf Euro und Cent berechnen. Momentan sei man dabei einen "Kostenträger" zu ermitteln. Damit dürften die Besetzer gemeint sein, die auf ein fremdes Privatgrundstück gekommen sind, aus Holz ein Baumhaus zimmerten, das sie nicht beseitigten und das nun von der Polizei abgerissen und entsorgt werden muss. zv