Harburg - Im großen Stil haben offenbar die Betreiber zweier mit Handyläden kombinierten Paketshops die Daten von tausenden Harburger "abgegriffen",

um damit Handyverträge abzuschließen. Die Täter kassierten so die Provision. Gegen beide Männer ermittelt die Kripo. Welche Dimension der Fall hat, zeigt, dass von den beiden Beschuldigten allein bei einem Provider seit Oktober vergangenen Jahres rund 1500 Verträge abgeschlossen wurden. Wie viele davon mit geklauten Daten zustande kamen, ist unklar.

Es waren Empfänger von Paketen, die in der Harburger Rathausstraße oder der Moorstraße ihre Sendungen abholten, die offenbar Opfer des Datenklaus wurden. Wenn sie sich mit ihrem Ausweis als Empfänger legitimierten, wurden die Dokumente, so Erkenntnisse von Ermittlern, kopiert oder abfotografiert. Mit den Daten wurden dann über die Handyshops Verträge abgeschlossen.

Jetzt durchsuchte die Polizei die Handyshops und Wohnungen der beiden 43 und 48 Jahre alten Türken, die gemeinsam die Shops betreiben sollen. "Bei der Vollstreckung der Durchsuchungsbeschlüsse stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher. Unter anderem wurden knapp 1000 Lichtbilder von Personaldokumenten gefunden", so Polizeisprecher Daniel Ritterskamp.

Gegen die beiden Männer wird jetzt unter anderem wegen Urkundenfälschungen, Betrug und Hehlerei ermittelt. Beide sind weiter auf freiem Fuß. zv