Harburg - Ein 20 Jahre alter taubstummer Analphabet, der immer wieder in den Parkhäusern an den S-Bahnhöfen an der S3 Frauen auflauert

und sie bestiehlt, stellt die Polizei vor eine schwierige Aufgabe. Wie sollen ihm Beamte das mittlerweile gegen ihn verhängte Aufenthaltsverbot für den Bereich der S-Bahnhöfe Neugraben, Neuwiedenthal, Harburg, Wilhelmsburg und Veddel klar machen? Mündlich geht nicht, schriftlich auch nicht. Ob der Mann Gebärdensprache kennt, weiß man nicht.

Es geht um Eldin E, einem 20 Jahre alten Mann aus Montenegro. Zuletzt hielt er sich im Bereich Stade auf. Sein "Revier", so die Erkenntnisse der Polizei, sind die P+R-Parkhäuser im Süden Hamburgs. Dort lauert er Frauen auf, die mit dem Auto vorfahren.

Unmittelbar nachdem sie eingeprakt haben, rennt er zu Fahrzeug. "Dann sitzt die Fahrerin noch drinnen und die Türen sind unverschlossen", sagt ein Beamter. In der Situation reißt der 20-Jährige eine Hintertür auf und greift sich Taschen, die auf dem Rücksitz im Fahrzeug liegen. In einem Fall versuchte der Mann bei einem langsam im Parkhaus fahrenden Wagen den Kofferraum zu öffnen. Die Fahrerin entkam, indem sie einfach Gas gab.

Wegen vorgeworfener Straftaten saß der Mann bereits in Untersuchungshaft - sowohl in Niedersachsen, wie auch in Hamburg. Drin blieb er nicht. Prompt machte er weiter. Das jetzt verhängte Aufenthaltsverbot wurden durch sieben Taten, eine in Neugraben und sechs in Harburg, ausgelöst.

Das große Problem für die Polizei, das gleichzeitig als Bedrohung für jeden Bürger gesehen wird: Der Mann handelt immer aggressiver. In einem Fall entriss er einem seiner Opfer eine Tasche. Damit war es kein Diebstahl mehr, sondern ein als Verbrechen eingestufter Raub. Auch der Versuch an einem fahrenden Auto den Kofferraum zu öffnen, wird als eine gefährliche Situiation eingestuft. "Wenn in einem engen Parkhaus der oder die Fahrerin in so einer situation in Panik geraten, kann das schwerwiegende Folgen haben", so ein Beamter.

Jetzt hat die Polizei die Überwachung der Parkhäuser intensiviert. Die Hoffnung der Beamten ist, dass sie den Mann bei einer Tat schnappen oder ihn zumindest danach festnehmen. Vielleicht reicht es dann dafür, den 20-Jährigen zumindest erst einmal etwas länger in Untersuchungshaft zu kriegen. zv