Neugraben - Sagenhafte 248 Autoaufbrüche, begangen in Heimfeld, Neugraben und Wilhelmsburg rechnet die Polizei einem 44 Jahre

alten Mann zu. Anfang April war die Zahl der Taten in den Stadtteilen sprunghaft angestiegen. Gleich reihenweise wurde bei abgestellten Autos eine Seitenscheibe eingeschlagen. "Kleinkram" wie Münzgeld, Zigaretten und selbst Regenschirme nahm der Täter mit.

Fahndungsmaßnahmen, mit der die Polizei auf die Serie reagierte, blieben erfolglos. Dann brach die Serie Anfang Mai plötzlich ab. Wenig später hatte die Polizei den 44-jährigen Polen im Visier. Bei der Spurensicherung an aufgebrochenen Fahrzeugen war DNA gefunden worden. Sie paßt zu dem genetischen Fingerabdruck des Mannes.

Schnell war auch klar, warum die Aufbruchsserie so abrupt abbrach. Seit 2. Mai sitzt der Marcin G. wegen Diebstahls und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft. Klar ist auch, warum der 44-Jährige, der bis zu seiner Festnahme keinen festen Wohnsitz hatte, im Süden der Stadt so aktiv war. Er hatte eine Zeitlang am Ohrnweg gewohnt.

Wie viele der Autoaufbrüche tatsächlich dem 44-Jährigen zugeordnet werden können, ist noch unklar. An mindestens 17 Tatorten wurde seine DNA gefunden. Längst sind aber noch nicht alle Spuren ausgewertet.

Schon einmal hatte 2010 ein Serientäter im Bezirk Harburg zahlreiche Fahrzeuge aufgebrochen. Auch er hatte eine der Seitenscheiben eingeschlagen, um an Wertsachen im Fahrzeuginneren zu kommen. Der damals 19-Jährige Harburger hatte über Monate Taten verübt. Es dürften mehrere hundert gewesen sein. Die hatten sogar die Kriminalstatistik beeinflusst. Allein in Eißendorf, der Stadtteil, in dem er besonders oft unterwegs war, war damals die Zahl der Autoaufbrüche um rund 151 Taten oder um 172 Prozent auf 397 Fälle angestiegen. zv