Harburg - Kleine Hafenrundfahrt für Senatorin Dr. Melanie Leonhard. Sie schipperte auf einem Boot der Wasserschutzpolizei durch den

Harburger Binnenhafen, um zwei "starke Frauen", Yasmin Sahin (20) und Reni Züchner (30), beide Polizistinnen in der Ausbildung, kennen zu lernen. Das Trio hatte eine nette Plauderei an Bord. "Meine große Schwester ist schon bei der Polizei", verriet Sahin, die die Hälfte ihrer Ausbildung hinter sich hat. Die zehn Jahre ältere Züchner hatte bereits als Schiffahrtkauffrau gearbeitet, bevor sie zur Wasserschutzpolizei wechselte, für die sie ihre Ausbildung schon fast abgeschlossen hat. "Das ist handfester", sagt die 30-Jährige.

Die Plauderstunde hatte natürlich einen tieferen Sinn. Die Polizei sucht händeringend nach Nachwuchs. Und auch, dass das Treffen auf einem Boot der Wasserschutzpolizei stattfand, war nicht zufällig. Dort ächzt man unter dem Desinteresse an dem Job. In den letzten Jahren konnten 30 Prozent der Stellen im mittleren Dienst bei der Wasserschutzpolizei nicht besetzt werden. Damit das in Zukunft nicht mehr so ist, macht man sich jetzt nicht nur verstärkt an Frauen ran, die in dieser Sparte der Polizei eine deutliche Minderheit sind.

Ingesamt wurden die früher sehr ambitionierten Anforderungen Stück für Stück gesenkt. Ein nautische Patent ist schon lange keine Einstellungsvoraussetzung mehr und auch Erfahrungen in einem artverwandten Beruf sind nicht mehr nötig. Mittlerweile kann jeder, der für den Polizeidienst geeignet ist, auch bei der Wasserschutzpolizei anfangen. zv