Marmstorf - Es war ein lauter Knall, der am Mittwochabend um 18:05 Uhr die Marmstorfer aufschreckte und auch noch in Langenbek oder Sinstorf

gut zu hören war. An der Elfenwiese hatten Experten des Kampfmittelräumdienstes die Reste einer Weltkriegsbombe gesprengt. Es handelte sich um einen sogenannten Zerscheller, eine Bombe, die starb beschädigt, aber noch explosionsfähig war.

Es waren gezielte Sucharbeiten, bei der der Blindgänger entdeckt wurde. Luftbildauswertungen hatten zuvor mehrere Verdachtspunkte auf dem Feld, auf dem gebaut werden soll, ergeben. Tatsächlich stießen Kampfmittelräumer am Mittwoch auf gleich vier Zerscheller. Sprengmeister gehen davon aus, dass sie aus einem Notabwurf stammen. Der Boden an der Fundstelle ist lehmig und verhältnismäßig hart. Es sind viele große Steine im Erdreich.

Ein Bagger an der Stelle, an der auf dem Feld die Sprengung stattfand. Foto: André Zand-Vakili

Dass aber gleich vier Zerscheller so dicht beieinander gefunden wurden, ist ungewöhnlich. Möglicherweise, so eine These der Experten, waren die Bomben mit minderwertigem Sprengstoff gefüllt, der nicht richtig zündete.

Drei der Zerscheller konnten so abtransportiert werden. Der vierte Blindgänger nicht. In ihm steckte noch der Heckaufschlagzünder. Die Entscheidung: Es wird vor Ort gesprengt. Die Reste der 500-Pfund Bombe, in der noch zehn bis 20 Kilo Sprengstoff steckten - in einer intakten Bombe dieser Größe sind etwa 110 Kilo Sprengstoff - wurde in ein ausgebaggertes Loch gelegt und dann gezielt zur Detonation gebracht.

Die Explosion breitete sich, wie geplant, als dunkle Wolke steil nach oben aus. Es entstand nicht einmal ein Krater. Trotzdem war zuvor die Umgebung in einem Umkreis von 200 Metern evakuiert worden. Etwa 30 Anwohner waren betroffen. zv

Absperrung an der Straße Elfenwiese. Foto: André Zand-Vakili


Der Bombenboden mit Zünder von einer der drei Zerscheller, die abtransportiert werden konnten Foto: André Zand-Vakili