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Harburg - "Erweiterte Spurensicherung" heißt es, wenn auch nach längerer Zeit noch einmal ein Tatort genau unter die Lupe

genommen wird, um beispielsweise DNA-Spuren an Stellen zu sichern, an denen noch nicht nach ihnen gesucht wurde. Genau das passierte am Donnerstagmorgen im Zusammenhang mit dem Mord an Apotheker Mohamed Joune, der Mitte Januar in einem seiner Häuser in der Harburger Fußgängerzone angegriffen und mit einer Axt und einem Hammer so schwer verletzt wurde, dass er starb.

Bereits am Morgen waren in der Lüneburger Straße Fahrzeuge der Kripo vorgefahren, darunter der Kleintransporter der Spurensicherung. Mehrere Beamte gingen mit Schutzkleidung in das immer noch als Tatort beschlagnahmte und bis dahin versiegelte Haus. Mehrere Stunden wurden Spuren gesichert. Andere Kripobeamte schauten sich noch einmal in der Umgebung des Tatortes um.

Am 15. Januar war der Syrer in dem Haus, das gerade umgebaut wurde, attackiert. Aus seinem Umfeld wird gestreut, dass die Täter Angehörige des syrischen Geheimdienstes waren, die ihn im Auftrag des Assad-Regimes gemeuchelt haben. Der 48-Jährige hatte sich für Flüchtlinge aus seiner Heimat engagiert. Er war aber auch Mitglied einer sogenannten Schattenregierung.

Allerdings gibt es Thesen, die von der Polizei für wahrscheinlicher gehalten werden. Unter anderem galt der 48-Jährige als schwieriger Geschäftspartner. Immer wieder hatte es Streit in Geldangelegenheiten gegeben, die auch gerichtlich ausgefochten wurden oder in polizeilichen Ermittlungsverfahren mündeten.

Im Zusammenhang mit dem Mord an dem Apotheker sucht die Polizei auch Zeugen, die etwas zu zwei auffallend unterschiedlich großen Männern sagen können, die am Tattag mit einer Axt und einem Hammer gesehen wurden, als sie in Richtung des Tathauses unterwegs waren, das gerade saniert wurde. zv