Harburg - Auf der Rückfahrt vom Spiel gegen den 1. FC Heidenheim haben Anhänger des HSV einen ICE "zerlegt". In Harburg flüchteten

viele von ihnen bei einem außerplanmäßigen Stopp aus dem Zug.

Der Vorfall ereignete sich bereits am Sonnabend. Die Randalierer waren der Bundespolizei gemeldet worden, die die Krawallmacher am Hauptbahnhof in Hamburg in Empfang nehmen wollten. Doch der Zug hielt schon im Bahnhof Harburg. Als Bundespolizisten dort eintrafen, waren viele der Randalierer bereits aus dem Zug und dem Bahnhof geflüchtet. 60 verbliebene HSV-Anhänger wurden im Rahmen der Gefahrenabwehr von den Beamten der Bundespolizei bis zum Hamburger Hauptbahnhof begleitet. Die Beamten waren zuvor mit Blaulicht und Sonderrechten in einer Kolonnenfahrt zum Bahnhof Harburg verlegt worden. Auch Polizisten der Hamburger Landespolizei waren in Harburg im Einsatz.

Der Zug selbst glich stellenweise einem "Schlachtfeld". "Kräfte der Bundespolizei haben im Nachgang eine Schadensaufnahme im ICE durchgeführt", so Rüdiger Carstens, Sprecher der Bundespolizei. "Durch die bislang unbekannten Fußballstörer wurden in dem Zug unter anderem Fenster- und Türscheiben zerstört, Lautsprecher aus einer Deckenverkleidung gerissen, Polsterungen an einem Sitz sowie teilweise ein WC-Raum beschädigt. Weiterhin wurden mehrere Nothämmer aus den Halterungen gerissen und entwendet, sowie mehre Reisezugwagen erheblich verunreinigt. Die Schadenshöhe ist noch nicht bekannt."

Die Randalierer haben die Zerstörungen nach Einschätzung der Bundespolizei gezielt begangen. Carstens: "Offensichtlich haben sich einige Fußballstörer des Hamburger SV auf die seit Jahren publizierte Aussage der Bundespolizei, dass wer auf der Fahrt zum Fußballspiel randaliert, das Spiel nicht sieht, eingestellt und randalieren nunmehr auf der Rückfahrt kurz vor dem Erreichen des Zielbahnhofs in entsprechenden Zügen."

Zeugenhinweise nimmt die Bundespolizeiinspektion Hamburg unter Telefon  040-66 99 50 55 55 entgegen. zv