Harburg - Nach dem Mord an Apotheker Mohamed J. (48) hat am Dienstag die Trauerfeier für den Mann in der Al Nour-Moschee in Horn stattgefunden.

Anschließend wurde er in Öjendorf beigesetzt. Rund 200 Trauergäste kamen zu der Beerdigung.

Der 48-Jährige war vor einer Woche in einer seiner Immobilien in der Lüneburger Straße durch Schläge mit einer Axt so schwer verletzt worden, dass er im Krankenhaus starb. Für den Bekanntenkreis des Apothekers scheint klar, wer hinter der Tat steckt. Für sie, so steht es ebenfalls auf dem Aushang, war es das "kriminelle Syrische-Assad-Regime". Mohamed J. hatte sich für Flüchtlinge aus seiner Heimat engagiert und hatten sich als Mitglied einer syrischen Schattenregierung bezeichnet.

Ermittler der Mordkommission haben keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund. Die Polizei sucht im Zusammenhang mit der Tat nach zwei Männern, die am Tattag von der Harburger Rathausstraße in Richtung Fußgängerzone gingen. Die beiden Männer sollen einen deutlichen Größenunterschied haben. Einer hatte eine Axt, der andere ein Hammer dabei. Bislang gingen nur eine Handvoll vage Hinweise zu den Gesuchten ein.

Es wird nicht ausgeschlossen, dass der 48-Jährige bei Streitigkeiten um Geld getötet worden. Der Apotheker galt bei Geschäftspartnern in diesem Punkt als "schwierig" und war deswegen bei vielen unbeliebt. Tatort war ein dreigeschossiges Geschäftshaus, dass der Getötete sanieren ließ. Dort stehen seit der Tat zahlreiche Kerzen vor dem Eingang. Auch Blumen wurden abgelegt. zv