Sicherstellung eines geklauten Fahrzeuges in Wilhelmsburg

Eißendorf - Über Monate drangsalierte ein 33 Jahre alter Mann seine Umgebung in Eißendorf. Über Wochen  narrte er die Polizei. Immer wieder klaute der drogenabhängige und psychisch kranke Mann Autos und lieferte sich lange, teilweise lebensgefährliche Verfolgungsfahrten durch Hamburg und Schleswig-Holstein. Aber erst jetzt kam er in Untersuchungshaft. Zuvor waren zwei Vorführungen vor den Haftrichter ergebnislos und eine Unterbringung in der Psychiatrie von kurzer Dauer gewesen.

Anfang der Woche hatte der 33-Jährige bei dem Croque-Laden an der Eißendorfer Straße Schlüssel für ein Auslieferungsfahrzeug gestohlen. Der Täter kannte sich aus. Er hatte dort einmal gearbeitet. Kurz darauf startete er damit den passenden Wagen und raste los. Sein Ziel: Die Wohnung seines Vaters in Schleswig-Holstein. Doch dort war der Mann, wie eigentlich überall, unerwünscht.

Polizisten hatten mittlerweile mit der Fahndung nach dem 33-Jährigen begonnen. Tatsächlich konnten sie ihn in Rönneburg lokalisieren. Sie nahmen ihn fest, als er dort zu Fuß unterwegs war.

Diesmal erließ ein Richter Haftbefehl gegen den Mann, der bei der Polizei mit rund 30 Verfahren, in der Regel in Zusammenhang mit psychischen Auffälligkeiten bekannt ist.. Zuvor war das mehrfach gescheitert.

Am 14. Mai hatte der 33-Jährige die Schlüssel für den Wagen seiner Mutter geklaut und so ihren Wagen erlangt. Polizisten fiel der Mann am nächsten Tag auf, als er am Großmoordamm Baustellenabsperrungen auf die Fahrbahn warf. Als er die Polizisten bemerkte, begann eine Verfolgungsfahrt von Harburg nach Sitensen über die A1, wobei er auf der Rückfahrt als Geisterfahrer unterwegs war. In Heimfeld, wor er wieder aufgenommen werden konnte, rammte er am Eißendorfer Pferdeweg noch einen Peterwagen.

Am 7. Mai stahl er aus einer Selbsthilfewerkstatt in Schleswig-Holstein einen Toyota. Am Tag darauf stoppte er in Bad Oldesloe mit dem Wagen hinter einem 7,5-Tonnen Laster, dessen Fahrer zum Pinkeln ausgestiegen war und den Schlüssel stecken gelassen hatte. Er wechselte das Fahrzeug, raste mit dem Laster davon und wurde nach einer Verfolgung durch die Polizei gestoppt, wobei wieder ein Streifenwagen gerammt und Polizisten verletzt wurden. Der 33-Jährige kam in die Psychiatrie, aus der am 25. Mai entlassen wurde.

Am selben Tag entwendete der Mann in der Tarpenbekstraße wieder einen Toyota, mit dem er zu seinem  Stiefvater in Wilhelmsburg fuhr. Auch hier war der 33-Jährige nicht willkommen. Alarmierte Polizisten nahmen den 33-Jährigen fest. Erneut kam er vor einen Richter, der einen Haftbefehl ablehnte.

Am 31. Mai versuchte die Polizei den Mann mit einer sogenannten „Gefährderansprache“ von weiteren Straftaten abzuhalten. Kurz danach klaute er an der Bremer Straße den Wagen eines Pizzadienstes. Auf der A7 überholte er einen Stau auf dem Standstreifen.Zivilpolizisten, die ihn stoppen wollten, musste zur Seite springen, um nicht von dem Mann überfahren zu werden. Später wurde der 33-Jährige am Hardauring gestellt und festgenommen. Auch in dem Fall brachte eine Vorführung vor den Haftrichter nichts.

Raffiniert ging der 33-Jährige bei allen seinen Taten vor. So entfernte er die Werbung von den Auslieferungsfahrzeugen, um weniger aufzufallen, und tauschte die Nummernschilder gegen gestohlene Kennzeichen aus.

Wie lange der Mann aus dem Verkehr gezogen bleibt, ist unklar. Bei einem Haftprüfunghstermin wird entschieden, ob er auf freien Fuß kommt oder nicht. zv