Schwere Krawalle am Halloween-Abend in Harburg - drei Polizisten verletzt

Harburg - Krawall am Harburger Ring. Zu Halloween rotteten sich am Sonntagabend etwa 100 vorwiegend junge Männer in Höhe der Neuen Straße und vor der Agentur für Arbeit zusammen. Zuerst wurden Passanten und Busse, dann Beamte der Wache Harburg mit Flaschen, Eiern, Kartoffeln und Böllern beworfen. Unter der Pyrotechnik waren auch sogenannte "Polenböller". auch in Wilhelmsburg gab es vergleichbare Ausschreitungen.

Drei der Polizisten erlitten Verletzungen. Zwei mussten wegen eines Knalltraumas behandelt werden. Ein Beamter wurde mit einem E-Rollerangefahren. Er kam mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus.

Die Polizei zog Kräfte aus ganz Hamburg zusammen, darunter die aus Bereitschaftspolizisten bestehende Landesreserve. Erst mit der Verstärkung bekam man die Lage unter Kontrolle. Die Beamten sprachen zahlreiche Platzverweise aus.

Zwei Tatverdächtige nahmen die Einsatzkräfte in Harburg fest. Sie sollenGegenstände gezielt auf Beamte geworfen haben. Einer ist ein 13 Jahre alter Junge aus Neugraben. Er ist strafunmündig und wurde seinen Eltern übergeben. Gegen einen Mann wurde Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch und Widerstand eingeleitet. Er hatte bei seiner Festnahme einen Polizeimitarbeiter getreten. Ermittlungen hinsichtlich weiterer Täter dauern an.

In Wilhelmsburg gab es Probleme mit einem vergleichbarem Klientel. Am Luna-Center versammelt sich bis zu 150 Personen. Auch dort wurden Böller gezündet. An der Georg-Wilhelm-Straße geriet durch Pyrotechnik das Schlaflager eines Obdachlosen in Brand.

Aus der Polizei hieß es, dass man von der Heftikeit der Ausschreitungen in Harburg "überrascht" gewesen sei. zv