Groß Moor - Auf der Flucht vor der Polizei ist ein 33 Jahre alter Mann mit einem AMG-Mercedes schwer verunglückt. Der Wagen ging in Flammen auf. Der Mann überlebte, weil er, offenbar nicht angeschnallt, aus dem Fahrzeug geschleudert wurde. Er kam schwer verletzt ins Krankenhaus.

Dienstagnachmittag in Harburg. Polizisten wollten einen Mercedes C 63 AMG stoppen. Der Fahrer war an der Walter-Dudek-Brücke in Harburg bei Rot über eine Ampel gefahren. Doch der 33-Jährige ignorierte die Anhaltezeichen. Stattdessen gab er Gas. In dem 477 PS starken Wagen, mit der laut Mercedes-Werbung "sicht- und erfahrbare Performance auf Hochleistungsniveau", raste der Mann über den Großmoordamm in Richtung Seevetal.

Nach etwa fünf Kilometern Verfolgung, bei der die Polizisten mehrfach den AMG-Mercedes aus den Augen verloren, kam der Fluchtwagen in einer Kurve am Übergang in den Friesenweg von der Straße ab. Der Mercedes rammte einen kleinen Findling. Dann hob der Wagen ab, rammte eine ausgewachsene Tanne, die abknickte. Anschließend rammte der AMG-Mercedes einen geparkten VW Touran und überschlug sich mehrfach. Dann ging der Wagen, der ab einem Neupreis von knapp 80.000 Euro in der Grundausstattung zu haben ist, in Flammen auf.

Der aus dem Fahrzeug geschleuderte Fahrer Ahmet A. wurde versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Der Mercedes brannte trotz Löscheinsatz der Feuerwehr, die mit mehreren Wehren anrückte, völlig aus. Die Einsatzkräfte ließen die Unfallstelle noch einmal von einem Polizeihubschrauber aus in Augenschein nehmen, weil nicht ausgeschlossen wurde, dass noch weitere Insassen aus dem Wagen geschleudert wurden. Der Verdacht bestätigte sich nicht.

Erst Ermittlungen ergaben Hinweise darauf, warum der Fahrer geflüchtet sein dürfte. Er hat keinen Führerschein. Der Wagen selbst, der ihm nicht gehört, sondern auf eine Firma im Raum Stade zugelassen ist, war nicht versichert.

Die Staatsanwaltschaft ließ das Fahrzeug sicherstellen. Zuvor hatte ein Sachverständiger die Unfallstelle dokumentiert.

Die Polizei Seevetal, zuständig wegen des Unfallortes, ermittelt wegen Gefährdung des Straßenverkehrs sowie Teilnahme an einem illegalen Kraftfahrzeugrennen. Hierzu werden weitere Zeugen gesucht, die die Fahrt über den Großmoordamm beobachtet haben, oder die dem Wagen möglicherweise ausweichen mussten und dadurch gefährdet wurden. Hinweise bitte die Telefonnummer 04105 6200. zv