Verkehrsunfall

Landkreis - Drei von fünf Unfalltoten im Landkreis Harburg im vergangenen Jahr waren Radfahrer. Keiner von ihnen kam durch das Verschulden eines Dritten ums Leben. Das ist eine Kernaussage der Unfallstatistik für 2020. Zwei weitere Auffälligkeiten: Die Zahl der Verkehrsunfälle ging zurück und ältere Verkehrsteilnehmer haben die jungen Verkehrsteilnehmer als Risikogruppe Nummer 1 überholt.

5750 Verkehrsunfälle, 970 weniger als im Vorjahr, ereigneten sich 2020 auf den Straßen im Landkreis Harburg. Gleichzeitig giing die Zahl der Verkehrstoten von 13 auf fünf, die Zahl der schwerer Verletzten von 131 auf 102 zurück. Die Erklärung der Polizei ist einleuchtend. Corona hat die Mobilität eingeschränkt. Es war einfach weniger auf den Straßen los.

Bei den Verkehrstoten ist der hohe Anteil der Radfahrer auffallend. In zwei Fällen starben Radfahrer nachdem sie ohne das jemand anders beteiligt war, gestürzt sind. In einem Fall übersah eine Frau mit E-Bike beim Überqueren der Straße bei Fliegenberg einen Kleintransporter.

In zwei Fällen waren Autofahrer an tödlichen Unfällen beteiligt. In einem Fall war ein Fußgänger das Opfer, nachdem der Fahrer eines Autos in Buchholz durch einen Schwächeanfall die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Im anderen Fall starb ein Autofahrer, der bei Asendorf in einen Bus gerast war.

Sorgen bereiten der Polizei auch die älteren Verkehrsteilnehmer. Über 65-Jährige waren an 1148 Verkehrsunfällen beteiligt, wobei sie in 78 Prozent der Fälle auch Verursacher des Unfalls war. Bei den über 75 geht diesen Quote auf knapp über 80 Prozent hoch. Zum Vergleich: Bei den jüngeren Verkehrsteilnehmern im Alter von 18 bis 24 waren bei 883 die jungen Leute in etwas über 75 Prozent der Unfälle auch die Verursacher.

Die Polizei sieht E-Bikes als ein Grund für die hohen Unfallzahlen bei älteren Menschen. zv