Blindgänger

Wilhelmsburg - Das war ein ein dickes "Osterei". Mitten auf einem Sandhügel im Bereich der alten Wilhelmsburger Reichsstraße Höhe Vogelhüttendeich entdeckten Spaziergänger am Sonntagabend gegen 18 Uhr eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg.

"Sie lag mitten auf einem Sandhügel", so ein Feuerwehrmann. "Schleierhaft, wie sie dahin gekommen ist." Offenbar war der 250 Pfund schwere, mit zwei Aufschlagzündern bestückte Blindgänger irgendwie "übersehen" oder nicht erkannt worden. Sicher ist aber, dass schweres Gerät wie ein Bagger oder Radlader nötig war, um die schwere Bombe dorthin zu bekommen.

Der zuständige Sprengmeister legte einen Sicherheitsradius von 300 Metern fest Etwa 200 Menschen waren von den Evakuierungsmaßnahmen betroffen. Die Räumung des Gebiets war schwierig. An der Schule Dratelnstraße mussten coronakonform Bereiche eingerichtet werden, in denen die Leute mit entsprechendem Abstand untergebracht werden konnten. Zusätzlich war einer der betroffenen Anwohner positiv auf Corona getestet worden. Auch das sorgte für Verzögerungen. Zusätzlich mussten Kleingärten überprüft werden.

So waren die Evakuierungsmaßnahmen erst um 23 Uhr beendet. Um 0:35 Uhr wurde die neue Wilhelmsburger Reichsstraße gesperrt. 13 Minuten später begann das Team um Sprengmeister Ronald Weller damit den Heck- und den Kopfzünder des Blindgängers zu entfernen. Um 1:25 Uhr war die Bombe unschädlich gemacht. "Wir haben per Hand entschärft", sagt Weller.

Einen Fund wie diesen hat der Leiter des Kampfmittelräumdienstes noch nicht gehabt. "Das eine Bombe oben auf einem Sandhaufen liegt", sagt er, "war mir bislang nicht untergekommen." zv