Helmstorf - Ein offenbar über Jahrzehnte im Boden schlummerndes Depot der linksextremistischen Roten Armee Fraktion, kurz RAF,

ist in der Nähe der Straße Vor den Hockkuhlen entdeckt worden. Waldarbeiter waren bereits am Freitag auf das PLastikfass gestoßen. Am Sonnabend wurde es von Experten des Landeskriminalamtes Niedersachsen ausgegraben und der Inhalt gesichtet und sichergestellt.

In dem vergrabenen Kunststofffass wurden unter anderem Schriftstücke aus den achtziger Jahren und Behältnisse mit zunächst unbekannten Flüssigkeiten sichergestellt. Waffen wurden nicht aufgefunden, heißt es vom LKA.

Beim Einsatz waren vor allem wegen den Flüssigkeiten auch Sprengstoffexperten, ein ein mobiles Laborteam und Spezialkräfte für sogenannte CBRN-Stoffe (steht für chemisch, biologisch, radiologisch und nuklear) im Einsatz. Mit fünf Einsatzfahrzeugen, darunter den Spezialfahrzeugen für die Bekämpfung von Gefahrguteinsätzen sowie gut 20 Einsatzkräften rückte die Feuerwehr Maschen in das Waldgebiet aus.

Auf Grund des Alters der aufgefundenen Gegenstände gehen die Ermittler davon aus, dass sich aus dem Fund keine Hinweise auf den Aufenthalt der aktuell gesuchten Ex-RAF-Terroristen Ernst Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette ergeben werden. Sie leben nach der Auflösung der RAF im April 1998 weiter im Untergrund und finanzieren offenbar ihr Leben auch durch Raubüberfälle.

Die RAF war 1970 gegründet worden. Bis 1991 verübten die Mitglieder der drei Generationen über 30 Morde. 2011 war das letzte im Gefängnis sitzende Mitglied der RAF aus der Haft entlassen worden.

Ob die jetzt aufgefundenen Unterlagen neue Ermittlungsansätze bieten, muss geklärt werden. Die sichergestellten Gegenstände werden durch die Experten des LKA Niedersachsen untersucht. Vom Landeskriminalamt heißt es: "Sie können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilt werden." zv