Festnahme

Harburg – Großeinsatz gegen die organisierte Kriminalität:

Das Zollfahndungsamt und das Landeskriminalamt Hamburg führen derzeit unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Hamburg einen umfangreichen Einsatz gegen die organisierte Kriminalität durch. Hierbei sollen knapp 40 Wohnungen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen durchsucht und weitere operative Maßnahmen durchgeführt werden.

Der Einsatz begann am heutigen Dienstagmorgen um 6 Uhr. Auch in Harburg, Wilhelmsburg, Neugraben und im Landkreis Harburg wurden mehrere Objekte durchsucht. Dabei wurden auch mehrere Haftbefehle, unter anderem an der Hohen Straße im Phoenix-Viertel, vollstreckt. Dort durchsuchten Beamten gut zwei Stunden eine Wohnung, in der einer der Beschuldigten mit seiner Freundin wohnt. Der 34-Järige René P. wurde später in Handschellen anbgeführt.

Zöllner nach der Durchsuchung am Vogelhüttendeich. Foto: André Lenthe - Fotografie

Auch am Vogelhüttendeich schlug das SEK zu. Dort wurde ebenfalls ein Mann verhaftet. Anschließend durchsuchte der Zoll seine Wohnung, den Keller und Autos.

Am Haferacker nahmen Polizisten Aschraf M. fest. auch dort wurde umfangreich durchsucht.

Hintergrund der Aktion sind Ermittlungen gegen einen Drogendealerring durch die Gemeinsame Ermittlungsgruppe von Zoll und Polizei (GER), die nach einen Schiesserei in der Fischbeker Heide an Tempo aufgenommen hatten.

Im April hatte es im Bereich Waldschlucht nahe der "Schäferhütte" einen Polizeieinsatz gegeben, nachdem Anwohner Schüsse gemeldet hatten. Eine Passantin hatte außerdem eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Männern beobachtet.

Bei dem Polizeieinsatz wurden Patronenhülsen, eine Blutspur und schließlich in einem Gebüsch eine Pistole gefunden. Außerdem nahm die Polizei zwei Männer fest. Gleichzeitig wurde bekannt, dass ein Libanese mit einer Schussverletzung im Oberschenkel im Krankenhaus Mariahilf behandelt wurde. Der Mann machte gegenüber der Polizei keine Angaben zu der Tat. Ein zweiter Verletzter, er hatte einen Handdurchschuss erlitten, machte, wie zwei festgenommen Verdächtige, bei der Polizei keine Angaben.

Bei der Polizei ging man von Anfang an davon aus, dass Streitigkeiten im Drogenmilieu Hintergrund der Tat sind. Mittlerweile gilt die Tat als Bestrafungsaktion. In Neugraben hatte es danach eine Schiesserei zwischen bis zu zehn Personen gegeben. Sie sollen zu einer Gruppierung gehören, die mindestens zwei Tonnen Kokain in den Böden von Leercontainern aus dem Hafen schmuggeln wollten. Rund eineinhalb Tonnen der Drogen stellte der Zoll sicher. Allein in einem Fall waren es 1,2 Tonnen.

Von dem "durchgekommenen" Kokain sollen sich zei der Gruppierung zugerechneten Personen einige Kilo "abgezweigt" und auf eigene Rechnung verkauft haben.

Durch die Schießerei, die von der Mordkommission bearbeitet wurde, stieg die Polizei tief mit in die Zollermittlungen ein. Außerdem steuerte die Soko "Hammer", die beim Landeskriminalamt Hamburg für die Auswertung von Chatverläufen krimineller Banden zuständig ist, Erkenntnisse bei. Die Daten stammen von dem Encrochat-Server, den die niederländische Polizei geknackt hatte. Er war so etwas wie WhatsApp für Kriminelle.

Dem in der Hohen Straße verhafteten Mann wird vorgeworfen bei der Schiesserei dabei gewesen zu sein. Ashraf M. aus Neugraben soll einer der Drahtzieher der Gruppierung sein.

Insgesamt wurden im Rahmen der Aktion rund 40 Objekte, vorwiegend Wohnungen durchsucht und 15 Personen verhaftet worden sein. zv

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