Hausbruch - Ein Feuer hat den "Alten Jägerhof" am Ehestorfer Heuweg zerstört. Die Kripo ist vor Ort.

Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Möglicherweise steht die Tat im Zusammenhang mit einer "Randaletour" am Tag stattgefunden hatte. Dabei waren nicht nur das betroffene Gebäude, sondern auch der Fischwagen am daneben liegenden "Landhaus Jägerhof" aufgebrochen wirden.

Am frühen Sonntagmorgen hatten Autofahrer Feuerschein aus dem Wald neben dem Ehestorfer Heuweg gesehen. "Um 6:27 Uhr wurden wir alarmiert", so Feuerwehrsprecher Dennis Diekmann. Als die ersten Löschfahrzeuge eintrafen, schlugen bereits Flammen aus dem Dach.

"Die Löscharbeiten waren sehr schwierig", so Diekmann. Ein Problem war die Wasserversorgung. "Wir brauchten viel Schlauchmaterial für den Aufbau einer Wasserversorgung." Zudem wurde ein Spezialfahrzeug mit einem Wassertank angefordert. Die Entnahme von Wasser aus dem öffentlichen Netz war so groß, dass laut Anwohnern der Wasserdruck in den Häusern abfiel. Zudem waren großen Bäume so dicht an das Haus gewachsen, dass später Äste gekappt werden mussten, um Höhenretter einsetzen zu können. Sie mussten das Dach aufsägen, um an Brandnester im Gebälk des Gebäudes zu kommen.

Bereit am frühen Samstagmorgen waren das alte Ortsamt, dass seit acht Jahren leer steht, Schauplatz eines Polizeieinsatzes gewesen. In das Gebäude war eingebrochen worden. Danach waren die Täter, mindestens vier Jugendliche oder junge Männer, weiter zum "Landhaus Jägerhof" gezogen und hatten dort den Fischverkaufswagen aufgebrochen. Besitzer Thomas Soltau und seine Frau hatten die Tat bemerkt. "Ich habe runter gerufen, dass die Polizei auf dem Weg ist", sagt Soltau. Die Täter seien daraufhin geflüchtet. Zwar konnten sie entkommen. So blieb aber der Schaden gering. Soltau: "Die Verkaufsklappe wurde aufgebrochen und einige Lebensmittel gestohlen." Die Täter leerten auch zwei Feuerlöscher, einen direkt vor der Tür des "Landhaus Jägerhof", die beide vermutlich aus dem ehemaligen Ortsamt gestohlen wurden.

"Wir wurden am Samstagmorgen gegen 5 Uhr alarmiert", sagt Polizeisprecherin Nina Kaluza. Die Täter hatten im Erdgeschoss ein Fenster eingeschlagen. Kaluza: "Im Gebäude brannte Licht. Mehrere Fenster im Obergeschoss waren geöffnet." Im Rahmen der Fahndung wurden an der Cuxhavener straße zwei 20 und 22 Jahre alte Männer überprüft. Beide sind bislang der Polizei nicht bekannt. Ob sie etwas mit der Tat zu tun haben, konnte nicht geklärt werden.

Mit dem Feuer ist eine Nutzung des ehemaligen Ortsamtes, zu dem ein zweites Gebäude gehört, in noch weitere Ferne gerückt, als zuvor. Viele Hausbrucher und Neugrabener kennen es und haben dort geheiratet. Bis 1980 war dort auch das Standesamt. Mittlerweile wird seit Jahren wird um Komplex gerangelt. 1980 zog das Ortsamt aus und das Kulturhaus Süderelbe ein. Seit 2012 steht das Gebäude leer. Die Fenster und Zugänge sind verrammelt, weil immer immer wieder unbefugte Personen in das Gebäude eindrangen.

Ein neuer Nutzer wurde nicht gefunden. Verhandlungen mit der Rudolf-Steiner-Schule und der Finanzbehörde scheiterten an den Preisvorstellungen der Stadt. In der Nachbarschaft will man wissen, dass eine private Nutzung ebenso ausgeschlossen seien, wie eine gewerbliche Nutzung. Angeblich habe man etwas aus dem Bereich Kultur gesucht.

Das hat sich erstmal erledigt. Die Schäden durch das Feuer, aber auch durch das Wasser, dürften dem alten Gebäude noch einmal extrem zugesetzt haben. Teile des Daches sind eingestürzt. zv