Waltershof – Zöllner aus Waltershof haben den größten Kokainfund gemacht, den es bislang in Deutschland gab. In drei Chargen stellten die Beamten der Schiffskontrollgruppe

insgesamt 3,8 Tonnen hochreines Kokain sicher, das in Containern aus Südamerika eingeschmuggelt wurde. Das Kokain war nicht einmal besonders gut versteckt. Es lag in professionell verarbeiteten Paketen in den Behältern, deren Ladung als Holzkohle oder Futtermittel deklariert war.

Die erste Charge, 1.450 Kilo, wurde bereits am 24. April entdeckt. Das Rauschgift lag in drei Containern aus Paraguay. Am 18. April entdeckte der Zoll 1.600 Kilo Kokain, das ebenfalls aus Paraguay kam und wieder als Holzkohle deklariert war. Am 8. Mai wurden noch einmal 788 Kilo der Drogen gefunden. Diesmal war es in Sporttaschen verstaut, die in einem Container lagen, in dem Futtermittel transportiert wurden. Diesmal kam es aus Uruguay. "Wir hatten die Container nach einer Risikoanalyse ausgesucht", sagt ein Beamter, der dabei war. "Das tatsächlich Kokain in den Containern ist, wussten wir nicht."

Ermittler gehen davon aus, dass eine kriminelle Gruppierung hinter dem Schmuggel steckt. Bestimmungsort war in allen Fällen Belgien. Hintermänner konnten bislang nicht ermittelt werden. Das Kokain wurde am Donnerstag nach der Präsentation in einer militärischen Anlage in Osdorf unter dem Schutz von Spezialkräften des Zolls zur Vernichtung abtransportiert. Das Rauschgift wurde verbrannt.

Der Wert des Kokains wurde vom Zoll auf rund 800 Millionen Euro geschätzt. Für den Straßenverkauf wäre es um etwa das Fünffache gestreckt worden. Am Ende wären auf jeden Deutschen statistisch etwa 2,3 Konsumeinheiten gekommen. zv