Harburg - Geht es nach der SPD, sieht es für den Harburger Weihnachtsmarkt, der schon am 17. November auf dem Rathausplatz startet, ziemlich duster aus. Unter der Überschrift "Weihnachtsstimmung auch ohne Lichterketten" wurde ein Antrag n die Bezirksversammlung eingebracht. Wörtlich heiß es unter anderem: "Das Bezirksamt soll auf weihnachtliche Beleuchtung, z.B. bei dem Weihnachtsbaum auf dem Harburger Rathausplatz verzichten".

Die Genossen "können und wollen nicht unter heller Weihnachtsbeleuchtung in fröhliche Einkaufsstimmung, während in nächster Nähe Menschen in ihrer vielleicht dunkelsten Zeit um ihr Leben fürchten müssen". Dem Koalitionspartner ist diese Haltung offenbar nicht ganz geheuer. Jürgen Marek von den Grünen kann sich zumindest eine Lichterkette, die in den kurzen, dunklen Wintertagen aus Solarenergie gespeist wird, vorstellen.

Anne Rehberg, Organisatorin des Weihnachtsmarktes, ist von dieser Idee überrascht. Ein Gespräch mit ihr hat es, anders als dargestellt, bislang nicht gegeben. Sie hält die Idee für "blinden Aktionismus". "Ich glaube nicht, dass es keine gute Idee ist, den Einzelhandel, für den das Weihnachtsgeschäft die wichtigste Zeit im Jahr ist, zu verdunkeln", sagt Rehberg.

Auf den Weihnachtsbaum auf dem Weihnachtsmarkt zu verzichten, kann sie sich nicht vorstellen. "Man kann natürlich darüber nachdenken, die Leuchtzeit zu verkürzen", sagt Rehberg. Ein Interesse an einem möglichst niedrigen Energieverbrauch habe man selbst. "Wir habe gerade neue LED-Glühbirnen angeschafft, die noch weniger Strom verbrauchen, als die bisherigen LED", so Rehberg.

Doch nicht nur die Weihnachtsbeleuchtung auf dem Weihnachtsmarkt ist betroffen. Auch in der Fußgängerzone sollen, die sonst jährlich aufgehängten Sterne nicht leuchten und auch die "Unternehmen und Privathaushalte werden gebeten, sich solidarisch zu zeigen und auf zusätzliche Beleuchtung zu verzichten". zv