Harburg - Hochkarätig ging es bei der ersten größeren Veranstaltung der Harburger SPD nach Corona zu. Mit Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker hatten die Genossen mit dem Klimawissenschaftler und SPD-Mitglied eine echte VIP in die Runde zum Harburger Gespräch gebracht.

Das Thema: "Klimakrise", das noch einmal durch die neusten Aussagen der Expertenkommission der UN, wonach die Erderwärmung deutlich schneller stattfindet, als bislang angenommen, noch einmal an Brisanz gewonnen hatte.

Weizsäcker wies darauf hin, dass Deutschland nur für einen Bruchteil der klimaschädlichen Emissionen verantwortlich ist und allein ein Klimarettungszwerg ist.

So schlau, so gut. Sein Vorschlag aber, wie das Problem weltweit in den Griff zu bekommen sei, wirkte dagegen wie ein gut gemeintes, aber zum scheitern verurteiltes Regelwerk, das einem eingefleischten EU-Bürokraten im Traum erschienen ist.

Danach soll jeder Mensch ein persönliches CO2-Budget bekommen. Sind die auf Ebene eines Staates verbraucht, soll mit anderen Staaten verhandelt werden, um von denen noch CO2-Budget, in der Regel gegen Geld, zu bekommen. Das würde nicht nur eine hohe Bürokratie auf der Ebene eines jeden Landes, sondern auch ungewohnte Ehrlichkeit voraussetzen.

Die beiden anderen Gäste, Christiane Blömeke vom BUND und Matthias Boxberger vom Industrieverband Hamburg warteten dagegen mit den jeweilen "Gassenhauern" der Klimapolitik, "Extremumstellung" und Wasserstoff" auf. Sie boten damit keine neuen Ansätze.

Das Interesse an der Veranstaltung, die traditionell im Stellwerk im Harburger Bahnhof stattfand, war groß. Rund 60 Gäste kamen, um bei der von Holger Lange moderierten Runde dabei zu sein. zv