Rathaus

Harburg - Informiert die Harburger Verwaltung die Politik nicht nur schlecht, sondern auch bewusst falsch? "Ja", sagt CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer. "Wir haben diesen Eindruck."

Grund ist die nicht nur Antwort des Bezirksamtes auf eine Kleine Anfrage der CDU, die sich mit der Anforderung von Ärzten für das Harburger Gesundheitsamt aus anderen Bezirken befasst.

Viel mehr untermauert diesen Eindruck einer Email, die die ausgeschiedene stellvertretende Leiterin den Gesundheitsamtes an Kollegen und die Leitung des Bezirksamtes verschickte - und die hat es in sich.

In der Email, die harburg-aktuell vorliegt, heißt es: "In einem Klima von Misstrauen, Kontrolle, Unehrlichkeit und Intransparenz ist eigenständiges Arbeiten nicht erwünscht und wird weitgehend unterbunden". Trotz Unterbesetzung würden "überflüssige" administrative Arbeitsaufträge erteilt. Ressourcen würden so "verschwendet".

Fachliche Themen würden kaum noch eine Rolle spielen. Im Vordergrund stehe die Verwaltung. Die Verfasserin zieht den Schluss, dass sie lieber weider in einer "fachlich kompetent geleiteten und entsprechenden ausgerichteten Institution arbeiten möchte", und hat deswegen in Harburg gekündigt.

"Das passt ja alles so überhaupt nicht zu dem Bild, dass der Öffentlichkeit vermittelt wird", so Fischer, der sowohl Verwaltungschefin Sophie Fredenhagen, wie auch die zuständige Dezernentin Dr. Anke Jobmann als Ziel der Vorwürfe sieht.

Das etwas schief läuft, zeichnet sich seit langem ab. Ausgerechnet zum Beginn der Pandemie "feuerte" das Bezirksamts den Gesundheitsamtschef und versuchte die Öffentlichkeit dahingehend zu täuschen, als handle es sich um einen normalen Urlaub.

Sein Nachfolger, Hamburgs erster Amtsleiter mit ausländischen Wurzeln, hat zwischenzeitlich auch das Handtuch geworfen und ist nicht mehr in Harburg tätig.

Die Nachfolgerin vom Nachfolger zeichnet sich laut Fischer dadurch aus, dass sie im Gesundheitsausschuss, der ja eigentlich originär für Themen rund um das Gesundheitsamt zuständig sein dürfte, Fragen mit Verweis auf höhere Stellen nicht beantwortet.

Auch die Kleine  Anfrage hat die CDU noch einmal "geupdatet", weil Fragen nur unzureichend und zum großen Teil ausweichend beantwortet worden seien. "Insgesamt erwarten wir daher eine vollständige Überarbeitung der vorgenannten Anfrage mit korrektem Inhalt", heißt es im Antrag der CDU, zumal laut der Fraktion mittlerweile klar sei, dass es bei dem "Hilferuf" nach Unterstützung nicht um die Beseitigung eine kurzfristig auftretenden Problems ging.

Außerdem hat die CDU einige Fragen zum Ausscheiden der stellvertretenden Leiterin des Gesundheitsamtes und die Sichtweise der Verwaltung. zv