Landkreis - Ausgleichsflächen. Das sind die gekauften Naturflächen,

die den Hamburgern ein gutes Gefühl geben sollen, wenn in der Stadt freie Flächen zugebaut werden. Klingt edel. Geht aber stark auf Kosten des Landkreises Harburg. Diesen Standpunkt hat  Heiner Schönecke, Landtagsabgeordneter der CDU. Dabei wirft der Christdemokrat der von SPD und Grünen geführten Stadt auch noch Vorgehen nach Art des reinsten Kapitalismus vor.

Es ist eine Fläche 40 bis 50 Fußballfeldern, die jährlich im Landkreis als Ausgleichsflächen ausgwiesen werden und so nicht mehr für die Landwirtschaft nutzbar sind. "Eine ganz besondere Rolle spielt die Nachbarschaft zu Hamburg. Nicht nur, dass Hamburg versucht eigene Infrastrukturprojekte, wie z.B. die Umsiedlung der Raststätte Stillhorn in die Elbmarsch, nach Niedersachsen zu verlegen, nein, Hamburg erwirbt auch in großem Stil Ausgleichsflächen in der südlichen Metropolregion", schreibt Schönecke in seinem Newsletter.

Eine besondere Rolle spielt dabei die IBA. Allein acht Millionen Euro wird laut Schönecke für Ausgleichsmaßnahmen für das 70 Hektar große Projekt "Fischbeker Reethen" ausgegeben. 30 Hektar in Niedersachsen sollen für den nie gesehenen, aber quasi schon auf gepackten Koffern sitzenden Wachtelkönig aus Ausgleich dienen.

Um die Ausgleichsflächen zu erwerben, zückt Hamburg das dicke Scheckbuch. "Hamburg kauft Ausgleichsflächen zu einem erheblich höheren Preis als Niedersachsen. Das macht es für die örtlichen Landwirte noch schwieriger Flächen zu erwerben, wenn sie es denn zufällig mitbekommen", heißt es im Newsletter. Im Klartext: Mit Steuergeldern werden Preise geboten, bei denen niemand anders mithalten kann - oder anders ausgedrückt. Ein wesentlicher Teil des

Der Hansestadt kommt das entgegen, dass sie die Regularien des Grundstückverkehrsgesetzes nicht einhalten muss. Das schreibt bei normalen Käufen vor, dass zunächst der Grundstücksverkehrsausschuss zustimmen müsse.

Mit dem Verhalten torpediere Hamburg, so der Vorwurf Schöneckes, einen anderen Eckpfieler des eigenen ökologischen asnpruchs: Der Versorgung mit Lebensmitteln aus der Region. "Wir erwarten von unseren Landwirten, dass sie ihre Tiere artgerecht halten, Freilandställe bei Hühnern und Schweinen, Weidehaltung bei Milchvieh, aber wir nehmen ihnen durch Baumaßnahmen und Ausgleichsflächen die Luft zum Atmen", schreibt Schönecke. Man müsse dringen an dem System der Ausgleichsflächen arbeiten.