Harburg – Alle Hamburger Schulkinder sollen schwimmen können. Das ist das erklärte Ziel der Schulbehörde.

Doch in Zeiten von Corona ist eine gefährliche Lücke entstanden. Normalerweise sollen die Kinder in der dritten und vierten Klasse verpflichtend an jeweils 18 „Schwimmeinheiten“ teilnehmen. Doch wegen der Covid-19-Pandemie ist das alles weggefallen.

Besonders hart sind die Viertklässler betroffen. Sie wechseln nach dem Schuljahr in weiterführende Schulen, dort gibt es aber keinen Schwimmunterricht mehr. Während die Drittklässler Möglichkeiten bekommen könnten, den ausgefallenen Unterricht nachzuholen, kucken die Viertklässler in die Röhre.

„Hier besteht akuter Handlungsbedarf“, sagt Natalia Sahling, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Harburg. Ihre Fraktion hat deshalb eine Anfrage ans Bezirksamt gerichtet, mit der sie sich einen Überblick über die Lage verschaffen will. Gemeinsam mit den Grünen hat sie aber auch einen Antrag mit konkreten Maßnhamen eingerichtet.

So soll das Bezirksamt in Zusammenarbeit mit den Behörden für Schule und Umwelt dafür sorgen, dass die Bäderland GmbH zusätzliche Schwimmzeiten  für die Nachholung des ausgefallenen Schwimmunterrichts der dritten Klassen einräumen. Den Schülern der vierten Klassen sollen kostenfrei Gutscheine zur Verfügung gestellt werden, mit denen sie an Schwimmkursen der Bäderland GmbH, des Vereins Aktive Freizeit  und von anderen Anbietern teilnehmen können, um mindestens das Schwimmzeichen in Bronze zu erlangen.

„Die Situation des Schulschwimmens im Bezirk  Harburg ist allgemein nicht sehr gut“, sagt Sahling. „Das erschwert das Ganze noch mehr.“ Im Grunde gebe es im Bezirk nur das Hallenbad in Neugraben, in dem die Schwimmfähigkeit erlangt werden kann. ag