Harburg - Der Fall des im April "beurlaubten" und mittlerweile für die Polizei tätigen

Leiters des Harburger Gesundheitsamtes, Dr. Robert E. Wegner mitten in der Coronakrise bleibt weiter Thema der Politik. Mit einer erneuten Kleinen Anfrage zum Komplex Gesundheitsamt und den dortige Leitungsstellen will die CDU Licht in den Vorgang bringen. Die Antworten der Verwaltung auf eine erste Kleine Anfrage der CDU zu dem Thema hatten offensichtlich nicht im Einklang mit den anschließenden Ereignissen gestanden.

"Die überraschend schnelle Antwort der Bezirksamtsleiterin auf die Anfrage der CDU Fraktion wirft eine Reihe von Nachfragen auf, da die zwischenzeitliche Entwicklung gezeigt hat, dass die Anfrage nicht nurunvollständig, sondern vermutlich auch in Teilen falsch beantwortet worden ist", heißt es von der CDU

Die Behörde und erstaunlicherweise auch die SPD hatten die "Beurlaubung" des Gesundheitsamtschefs als Fürsorgemaßnahme hingestellt, die auch dazu diene, seine Kompetenz bei einer Verschärfung der Coronapandemie, die damals für den Sommer befürchtet wurde, voll zur Verfügung zu haben.

Dierk Trispel, Dezernent für Steuerung und Service, hatte dann allerdings einen Monat später mitgeteilt, dass Wegner das Bezirksamt „in beiderseitigem Einvernehmen“ verlassen werde und am 1. Juni eine Aufgabe im Gesundheitsdienst der Polizei Hamburg übernehmen werde.

Die CDU will jetzt 27 Fragen beantwortet haben. Unter anderem wird gefragt, warum der ehemalige Gesundheitsamtschef anlässlich seiner "Beurlaubung" einen Anwalt eingeschaltet habe, was bei einem einvernehmlichen Vorgang ungewöhnlich wäre. Gefragt wird auch nach der Vertreterin, der die Leitung übergeben wurde, und ihre Arbeitsauslastung.

Schon die Fragestellung lässt vermuten, dass die CDU gut informiert ist. Unter anderem wird gefragt, ob die Ärztin in der Zeit ihrer Leitungsfunktion gleichzeitig weiter als niedergelassene Ärztin in Schleswig-Holstein gearbeitet habe, ob sie während der Vertretungszeit selbst im Urlaub war und ob sie überhaupt über die Qualifizierung einer Fachärztin für das öffentliche Gesundheitswesen verfüge.

In einer zweiten Anfrage will Fischer wissen, ob das Bezirksamt schon Mittel zur personellen Verstärkung des Gesundheitsamts angefordert habe. Der Bund hatte dafür bundesweit erhebliche Finanzmittel bereitgestellt, um die Infektionsketten zu erkennen und schneller auf einzelne Ansteckungsquellen reagieren zu können. ag/zv