Harburg – Die Harburger SPD wird immer mehr zu einer One-Man-Show des Frank Richter.

Der Anwalt ist nicht nur Kreisvorsitzender, er ist zugleich auch Chef der SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung. Richters Machtfülle scheint sich nach dem Wechsel von Claudia Loss, seiner bisherigen Stellvertreterin im Fraktionsvorstand, in die Bürgerschaft noch zu vergrößern. Indiz: Richter hat jetzt in einer Pressemitteilung über den Wechsel im Fraktionsvorstand informiert, darin wird seine neue Stellvertreterin Natalia Sahling aber nur am Rande erwähnt.

Stattdessen verströmt sich Richter in Lobeshymnen über Claudia Loss. Sie sei eine Stütze der Fraktion gewesen. Und: „In ihren langjährigen Tätigkeiten als stellvertretende Fraktionsvorsitzende, als Vorsitzende des Ausschuss für Soziales, Integration, Gesundheit und Inklusion und in weiteren Gremien hat sie wesentliche Akzente der Bezirkspolitik initiiert und mitgestaltet. Das wird uns fehlen.“

Auch für den ehemaligen Bürgerschaftsabgeordneten Michael Dose, der für Claudia Loss in die Bezirksversammlung nachgerückt ist, hat Richter lobende Worte übrig: „Mit Michael Dose haben wir einen sehr erfahrenen Genossen als Abgeordneten hinzugewonnen, der bereits in den vergangenen Jahren unsere Fraktion stark unterstützt hat - sowohl als Abgeordneter als auch als zubenannter Bürger.“

Über Natalia Sahling teilt Richter nur mit, dass sie 25 Jahre alt und Wirtschaftspsychologin ist. Zu Wort kommt die neue stellvertretende Fraktionsvorsitzende in der Pressemitteilung nicht – genau wie Holger Böhm, der andere Stellvertreter Richters. Böhm hatte dies Amt schon länger, mögliche Verdienste Böhms hat Richter aber nicht erwähnt. ag