Harburg – Die Fraktion der Grünen in der Bezirksversammlung Harburg sind aus der Versenkung aufgetaucht. Ihr erstes Lebenszeichen:

die Wahl eines neuen Fraktionsvorstands. Dies war notwendig geworden, weil die bisherige Fraktionschefin Britta Herrmann schon im März in die Bürgerschaft gewechselt war. Ihr Mandat in der Bezirksversammlung hatte sie allerdings erst am 8. Mai niedergelegt.

Jetzt steht Bianca Blomenkamp an der Spitze der Fraktion. Sie war 2019 neu in die Bezirksversammlung gewählt worden, hat inzwischen aber als Fraktionsvize schon Erfahrungen gesammelt. Blomenkamp vertritt die Grünen auch im Kulturausschuss und im Jugendhilfeausschuss. Sie dankte der Fraktion mit einem bemerkenswerten Satz: „Ich möchte mich mit mehr Transparenz revanchieren und künftig stärker über die Arbeit des Fraktionsvorstands infomieren.“ Das klingt, als hättes es da in der Vergangenheit Defizite gegeben.

Jürgen Marek bleibt stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Er ist außerdem Mitglied im Kulturausschuss und im Ausschuss Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz. Als weitere  stellvertretende Vorsitzende wurde Heinke Ehlers neu in den Vorstand gewählt, sie wird außerdem im Kulturausschuss und im Stadtentwicklungsausschuss aktiv sein.

Nach den Wahlen im Mai 2019 waren die Harburger Grünen mit großem Selbstbewusstsein in die neue Legislatur gestartet. Immerhin hatten sie mit 14 Sitzen die gleiche Stärke wie die SPD-Fraktion, folglich fühlten sie sich als gleichberechtigter Partner. Davon war schon nach der Bürgerschaftswahl Ende Februar, bei der die Träume der Grünen von einem Machtwechsel in Hamburg einen gehörigen Dämpfer bekommen hatten, nicht mehr viel zu spüren. Mit der Corona-Pandemie verschwanden die Harburger Grünen völlig in der Versenkung. Während die Harburger SPD im Zuge der Krise um das Harburger Gesundhheitsamt wenigstens noch die Deutungshoheit für sich beanspruchte, war von den Grünen nichts mehr zu hören.

Lediglich Peter Schulze, der für Britta Herrmann in die Bezirksversammlung nachgerückt war, meldete sich in den sozialen Medien zu Wort. Bei Facebook postete er Berichte von seinen privaten Wanderungen sowie eine Lobhudelei über „die wunderbare Britta Herrmann“. Inhaltlich waren die Harburger Grünen aber weitgehend verstummt. ag