Harburg – Die Ausläufer des politischen Bebens, das der plötzliche Rücktritt des Hamburger SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs ausgelöst hat,

reichen bis nach Harburg. Denn noch ist die Nachfolge von Kahrs nicht entscheiden, aber es besteht die Möglichkeit, dass die 31 Jahre alte ehemalige Harburger Bezirksabgeordnete Ronja Schmager in den Bundestag zieht.

Da bei der Bundestagswahl 2017 alle Hamburger SPD-Abgeordnete ihre Mandate jeweils über die Wahlkreisliste erobert hatten, zieht erst jetzt die Landesliste. Spitzenkandidatin war Aydan Özoğuz, auf den nächsten Plätzen folgten Johannes Kahrs, Dorothee Martin, Niels Annen und Ronja Schmager. Demnach würde Dorothee Martin für Kahrs in den Bundestag nachrücken. Aber: Martin ist gerade für fünf Jahre in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt worden. Sollte sie dieses Mandat wirklich für die „Restlaufzeit“ des aktuellen Bundestags von einem Jahr eintauschen? Mit unsicherer Perspektive danach?

Die Entscheidung liegt jetzt bei Dorothee Martin. Ronja Schmager muss warten. Eins ist jetzt schon klar: Eine junge Sozialdemokratin, die Mitglied des SPD-Landesvorstands ist und als Gesundheitswissenschaftlerin einen aktuell angesehenen Beruf hat, wäre ein Pfund für künftige Personalentscheidungen in der Harburger SPD – zumal der langjährige Kreisvorsitzende Frank Richter intern angekündigt hat, nicht mehr für dieses Amt zu kandidieren und sich künftig auf seine Arbeit als SPD-Fraktionschef in der Bezirksversammlung  zu konzentrieren. ag