Heimfeld - Die CDU hätte ihr größtes Problem nicht schöner Herauskehren können. Friedrich Merz, der Mann, den die Partei als Vorsitzenden verschmähte, machte seinen Auftritt im großen Saal im Privathotel Lindtner zum größten Wahlkampfspektakel vor der Hamburger Bürgerschaftswahl. Rund 600 Fans des 64-jährigen Sauerländers waren gekommen, um ihn zu sehen und hören. Der Andrang war so groß, dass die Hotel-Crew noch einmal Stühle nachholen mussten.

Die Fans mussten warten. Mit Verspätung kam Merz in Heimfeld an. Vorher hatte er in der Sendung von Markus Lanz gesessen, die nach der Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Ministerpräsidenten in Zhüringen durch Stimmen der AfD neu konzipert worden war. Das hatte Zeit gekostet. Im Lindtner kritisiserte er nicht nur die Wahl Kemmerichs, er machte auch klar, dass in Thüringen aktuell kein Ministerpräsident aus der "politischen Mitte" heraus gewählt werden kann. Linke und Rechte haben dort bei der letzten Landtagswahl über 50 Prozent der Stimmen geholt.

Der Mann, der so großartig plakativ über den Gang der Dinge in der großen weiten Welt reden kann, kam an. Hamburgs CDU-Fraktionschef André Trepoll und die Bürgerschaftsabgeordnete Birgit Stöver, auf deren Einladung Merz nach Heimfeld gekommen waren, konnten zufrieden über die Wahlkampfhilfe sein.

Das war auch Merz klar. Ihm sei bewusst, dass die Situation für die Union in Hamburg schwieriger sei als in Bayern. Tatsächlich kann die CDU die Unterstützung von Merz mehr als nur gut gebrauchen. In Umfragen  krebst die Parteibei 16 Prozent der Stimmen rum. zv

Friedrich Merz bei seinem Einmarsch im Lindtner. Foto: André Zand-Vakili