Neugraben - Schock für die SPD Neugraben. Die Partei hat ihren Distriktsvorsitzenden Meik Brand verloren. Der Fachmann für

Digitalisierung, der erfolglos für die Bezirksversammlung kandidiert hatte, ist ausgetreten. Brand ist auch als Beisitzer Mitglied im Kreisvorstand der SPD. Der Distrikt Neugraben, so heiß es aus der SPD, wird kommissarisch von seinem Stellvertreter Holger Böhm geführt.

Dass der Brand mit seiner Partei unzufrieden war, ist intern länger bekannt. Dabei ging es weniger um die Politik vor Ort. Es war die Große Koalition in Berlin und die Bundespolitik, die Brand sehr missfallen haben soll. So bezeichnete er beispielsweise auf Facebook den Eintritt in die Große Koalition als "schweren Fehler".

Der Austritt von Brand kurz vor dem Ende der Sommerferien erfolgte dennoch für viele seiner Genosse völlig überraschend. Vor dem Austritt soll es noch ein längeres Gespräch mit dem Kreisvorsitzenden der SPD, Frank Richter, gegeben haben.

Brand selbst war zunächst nicht zu erreichen. Sein Kanal auf Twitter "@brandSPD" ist nicht mehr erreichbar. Auf Facebook war auf seinem Account am Donnerstagmorgen ein der Großen Koalition gegenüber kritischer, drei Tage alter Beitrag zur Zinspolitik zu finden. Einen Beitrag zu seinem Austritt gab es bis dahin nicht.

Dafür schwirrten über das Netz offensichtlich gefälschte "Grußkarten" umher, in denen suggeriert wird, das Brand zu den Grünen, als "Partei für deutsche Interessen" übertreten will. Das wir als internes Nachtreten einzelner Genossen gewertet. Die Vermutung: Sie wollen Stimmung für den anstehenden Wahlkampf für die im März kommenden Jahres stattfindenden Bürgerschaftswahlen machen. Dann geht es für viele Genossen um viel. Absehbar wird die Zahl der Mandate angesichts des aktuellen Hochs der Grünen für die Sozialdemokraten spärlich ausfallen. Für die SPD kommt damit der Austritt eines Spitzen-Genossen im Kreis Harburg zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. zv