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Harburg – Die Harburger Grünen wollen erst am 20. Juni bei einer Mitgliederversammlung im Rieckhof entscheiden, ob und mit wem sie

Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Ihr Vorstand hatte zwar schon vor Pfingsten einstimmig beschlossen, das Angebot von SPD-Kreischef Frank Richter anzunehmen und Sondierungsgespräche zu führen, das ist aber nicht alles. Grünen-Vorstandsprecher Andreas Finkler hat über Pfingsten schon ein Vieraugengespräch mit CDU-Kreischef Uwe Schneider geführt, gestern Abend soll sich nach Informationen von harburg-aktuell eine Delegation der Grünen mit vier Mitgliedern der neuen Linke-Fraktion getroffen haben – wovon sich einige Vertreter des Bezirksvorstands überrascht zeigten. Offenbar war das ein Alleingang der Fraktion.

Am wahrscheinlichsten scheint zurzeit eine rotgrüne Koalition. „Seit dem Bruch der GroKo haben wir in der Bezirksversammlung mit wechselnden Mehrheiten gearbeitet“, sagt Britta Herrmann, Spitzenkandidatin der Harburger Günen. „Dabei hat es eine Menge gemeinsamer Anträge gegeben, die zeigen, dass wir nicht ganz weit auseinander liegen. Deshalb haben wir uns zunächst für Sondierungsgespräche mit der SPD entschieden."

Andreas Finkler weist darauf hin, dass rechnerisch auch andere Konstellationen möglich sind. Deshalb würden auch Gespräche mit allen anderen Fraktionen außer der AfD geführt. Finkler: „Wir wollen ausloten, mit welcher Konstellation wir unsere Ziele am besten verwirklichen können.“

Es ist kein Geheimnis, dass einige Grüne eine Koalition mit der SPD äußerst skeptisch sehen. Einige erinnern an die GroKo-Zeiten, in denen ohne echte inhaltliche Auseinandersetzung mit den Anträgen der Opposition einfach „durchregiert“ wurde, andere sehen die Gefahr, dass die SPD die Grünen in einer Koalition nur als Juniorpartner behandeln würde. Dabei seien beide Fraktionen mit jeweils 14 Abgeordneten gleich stark. ag