Harburg – SPD-Kreisvorsitzender Frank Richter ist mit großer Mehrheit als Spitzenkandidat seiner Partei für die Bezirksversammlungswahl am

26. Mai nominiert worden. Bei der besonderen Vertreterversammlung der Harburger SPD im Stadtteilzentrum „Feuervogel“ bekam der 54 Jahre alte Anwalt 60 von 67 Stimmen. Richter ist damit zugleich Favorit auf die Nachfolge des langjährigen Fraktionschef (seit 2001) Jürgen Heimath, der zwar wieder für die Bezirksversammlung kandidiert, der aber auch angekündigt hat, „die Fraktionsführung Jüngeren zu überlassen“.

Auf Platz zwei der Bezirksliste folgt überraschend die 23 Jahre alte Psychologiestudentin Natalia Sahling. Sie bekam 57 von 69 Stimmen, obwohl sie erst vor knapp zwei Jahren für den erkrankten Manfred Schulz in die Bezirksversammlung nachgerückt war.

Auf den weiteren Plätzen: Rainer Laugwitz (51/69), Monika Hellmeyer (46/ 70), Maik Brand (41/68), Benizar Gündogdu (46/68), Sami Musa (41/68), Birgit Rajski (37/68) und Frank Wiesner (52/67). Insgesamt  wurden 38 Kandidatinnen und Kandidaten nominiert. Mehrere bekannte Gesichter wie Jürgen Heimath, Claudia Loss oder Torsten Fuß sind auf der Bezirksliste weit hinten platziert, sie sind aber als jeweilige Spitzenkandidaten in den insgesamt acht Wahlkreisen des Bezirks abgesichert.

Bei der letzten Wahl zur Bezirksversammlung im Jahr 2014 hatte die SPD 20 der insgesamt 51 Sitze errungen. Nachdem Barbara Lewy und Anna-Lena Bahl zu den Neuen Liberalen gewechselt waren, hatte die SPD nur noch 18 Sitze, einer kam dann aber wieder hinzu, weil die Neuen Liberalen nach dem Wohnortwechsel von Bahl keinen Nachrücker stellen konnten.

 Für die SPD ist jetzt die spannendste Frage: Wie stark schlägt der erschreckend schwache Bundestrend der Partei auf das Ergebnis im Bezirk durch? Oder spielen bei den Wahlen in Hamburg – wie so oft – andere Faktoren eine Rolle?

Wie auch immer die Wahl in Harburg ausgeht: Die Nominierung von Frank Richter als Spitzenkandidat macht eine Wiederauflage der im vergangenen Sommer geplatzten GroKo mit der CDU nicht gerade wahrscheinlich – nicht nur, weil das persönliche Verhältnis von Richter zum neuen CDU-Kreisvorsitzenden Uwe Schneider zerrüttet ist. ag