Uebrfeullt

Harburg – So deutlich haben sich SPD-Politiker selten zur aktuellen Situation des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV)

geäußert: Das Chaos, das die Bauarbeiten auf der S-Bahnstrecke zwischen Harburg-Rathaus und Wilhelmsburg ausgelöst haben, sei angesichts „hochtrabender Versprechungen zum ÖPNV-Ausbau und zur Digitalisierung nicht nur für Berufspendler ein großes Ärgernis“. Ganz klar: Das ist nicht nur Kritik an den Verkehrsunternehmen, das ist auch eine Breitseite gegen den rot-grünen Senat – ausgesprochen von den drei Harburger SPD-Bezirksabgeordneten Torsten Fuß, Peter Bartels und Sami Musa.

Nachdem es während der Bauarbeiten vor allem durch den schlecht organisierten Busersatzverkehr, aber auch durch zum Teil widersprüchliche Informationen über „Mitfahrgelegenheiten“ in Fernzügen viel Ärger gegeben hatte und Berufspendler für den Weg zur Arbeit oft doppelt so lange gebraucht hatten, wollen die drei Bezirksabgeordneten mit einer Kleinen Anfrage nach den Ursachen für das Chaos forschen.

Vor ihren Fragen schildern sie allerdings in drastischen Worten was passiert ist: „Im Ergebnis muss festgestellt werden, dass es zu einem zeitweisen Versagen und Zusammenbruch des Verkehrs und den dazugehörigen Infomationen gekommen ist.“ So seien die Ersatzbusse in den elektronischen Auskunftssysteme zeitwesie nicht abrufbar, Fernreisende seien nicht informiert gewesen, wie sie zur S3 in Richtung Stade gelangen konnten. Ein „weitere Fall von Irreführung“ sei es gewesen, dass am Freitagmittag Fahrgäste im Metronom noch aufgefordert wurden, ab Harburg den DB-Fernverkehr zu nutzen, obwohl dies in dem Zeitraum nicht mehr mit HVV-Fahrkarte erlaubt war. Die drei Politiker: „Die Verkehrsunternehmen und der HVV haben über einen längeren Zeitraum nicht einmal den Grundstandard erfüllt, Menschen in angemessenen Zuständen und Fahrzeiten von Harburg nach Hamburg zu bringen.“

Die Fragen von Fuß, Bartels und Musa beziehen sich vor allem auf die Planungen im Vorfeld der Bauarbeiten, welche Erkenntnisse die Verkehrsunternehmen und der HVV aus den unzumutbaren Zustände in den letzten Wochen ziehen und wie der Ersatzverkehr künftig besser koordiniert werden kann.

Jetzt haben alle beteiligten Behörden und Unternehmen sechs Wochen Zeit, die Fragen zu beantworten. ag