Harburg – Das Bezirksamt hat vor drei Jahren das Limnobios Büro für Fisch- und Gewässerökologie aus Köthel

im Kreis Stormarn beauftragt, den Bestand von Bachneunaugen und Mühlkoppen im Seevekanal zu erfassen. Das ist eine der erstaunlichen Erkenntnisse aus der Antwort des Bezirksamts auf eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion. Ralf-Dieter Fischer und seinen Mitstreitern war aufgefallen, dass die Harburger Verwaltung verstärkt Gutachten und Konzeptentwicklungen extern vergibt.

Das Bezirksamt hat wunschgemäß alle in den Jahren 2015 bis 2017 extern vergebenen Aufträge  aufgelistet. Dabei wird deutlich, dass viele Aufträge schlicht aus Personalmangel vergeben worden sind, gelegentlich fehlte auch das spezielle Fachwissen – wie im Fall der Fische. Es ist nachzuvollziehen, dass ein Mitarbeiter des „Fachamts Management des öffentlichen Raums Abteilung Wasserwirtschaft“ nicht viel über die aalartigen Bachneunaugen weiß und wohl noch weniger über die Mühlkoppen, die laut Wikipedia schlechte Schwimmer sind und sich meist nur ruckartig mit Hilfe ihrer gespreizten Brustflossen über den Boden bewegen. Außerdem sollen sie „muskulär einen tiefen Ton erzeugen können“.

Das Gutachten hat 2200 Euro gekostet und bewiesen, dass mit der Aufschüttung von Kiesbänken als Laichareal eine Forderung der EG-Wasserrichtlinie erfüllt worden ist. Den gleichen Zweck hat auch eine Machbarkeitsstudie zur „Optimierung  der Fischaufstiegsanlage am Karnappwehr und einer Herstellung der Fischdurchgängigkeit am Phoenix-Wehr“ erfüllt. Kosten: 14.300 Euro.

Wesentlich teurer – und wichtiger für die Zukunft des Bezirks – sind die Konzepte für die beiden aktuellen RISE-Programme (Rahmenprogramm integrierte Stadtteilentwicklung) und  deren Umsetzung. Für den Bereich Neugraben-Fischbek sind 1.334.660 Euro ausgegeben worden, für den Bereich Harburger Innenstadt /Eißendorf-Ost noch einmal 944.574,72 Euro.

Und das sind die weiteren größten Aufträge: Der Zustand aller Kaimauern im Harburger Binnenhafen wurde für 198.600 Euro geprüft, der erste Wettbewerb zur Gestaltung des Neubaugebiets Fischbeker Reethen kostete insgesamt 71.486,80 Euro, Überlegungen zur Sozialen Infrastruktur Süderelbe 68.823,06 Euro, das Bebauungsplanverfahren Eißendorf 47 (Am Großen Dahlen) 51.238,11 Euro, die Evaluation der Harburger Sportstätten-Verwaltung 49.170,95 Euro, eine Problem- und Potenzialanalyse für den Bereich Neugraben-Fischbek 48.941,13 Euro, der Entwurf einer Fuß- und Radwegverbindung von Seeveplatz und Karnapp 44.778,51 Euro sowie ein Schallgutachten für den Harburger Binnenhafen 35.759,50 Euro. ag