Neugraben – Müssen die Bewohner der neuen Stadtquartiere im Süderelbebereich auf eine optimale Busanbindung verzichten, weil Bezirksamt und IBA Hamburg GmbH bei der Planung der Straßen

Fehler eingebaut haben? CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer behauptet das und fährt auch gleich mit einem Dringlichkeitsantrag für die Bezirksversammlung großes Geschütz auf  – immerhin sind an der Planung unter anderem Harburgs Baudezernent Jörg Penner und IBA-Chefin Karen Pein beteiligt. Und damit hat Fischer genau jene beiden Personen ins Visier genommen, die er schon seit Jahren immer wieder piesackt und dabei allerdings auch gelegentlich mal übers Ziel hinausschießt.

Fischer war empört, als ein Vertreter des HVV im Stadtplanungsausschuss über die Busanbindung der Quartiere Vogelkamp, Fischbeker Heidbrook und Fischbeker Reethen berichtete und dabei auch mitteilte, dass die Ringlinien durch diese Wohngebiete nur im Einbahnstraßenverkehr geführt werden können, weil die Straßen nur 6,00 statt 6,50 Meter breit seien. Da könnten sich die HVV-Busse nicht sicher begegnen.

Nun ist zu berücksichtigen, dass es sich um relativ kurze Strecken (nicht einmal einen Kilometer) handelt und dass es sicher auch keinen 5-Minuten-Takt geben wird. Zu den „gefährlichen“ Begegnungen würde es nur äußert selten kommen, außerdem könnte ein Bus an einer Haltestelle warten.

Egal! Fischer wollte Lärm machen und forderte in dem Dringlichkeitsantrag,  in allen drei  neuen Quartieren „an den Hauptachsen“ 6,50 Meter breite Straße anzulegen, sie zur Not auch zu verbreitern. GroKo-Partner SPD zog natürlich mit, am Ende stimmten nur die Grünen gegen den Antrag. Die neuesten Busse des HVV seien nur 2,55 Meter breit, das müsse doch passen, sagte Gudrun Schittek: „Außerdem sollten wir den Fußgängern mehr Platz lassen.“

Bei der IBA löste der Vorstoß von Fischer eher Verwunderung aus. „Entgegen anders lautender Darstellungen geht das derzeitige Linienkonzept im Fischbeker Heidbrook zurück auf einen Vorschlag des HVV gemeinsam mit der Hochbahn“, sagt IBA-Sprecher Stefan Laetsch„Im Vogelkamp Neugraben ist die IBA Hamburg erst später in laufende Planverfahren eingestiegen.“ Ursprünglich sei dort gar kein Busverkehr vorgesehen. Ziel sei es doch, den Bewohnern eine zügige Erreichbarkeit der jeweils nächsten S-Bahnstation mit dem ÖPNV zu ermöglichen. Laetsch: „Mit der derzeit geplanten Linienführung wird das erreicht.“  ag