Moorburg – Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof tingelt zurzeit durch den Hamburger Süden, um im Auftrag der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH)

Stimmung für den Bau der A26 Ost (früherer Arbeitstitel: Hafenquerspange) zu machen. Am Mittwoch, 18. Januar, will er um 19 Uhr in der Höhle der Löwen, nämlich im Moorburger „Moorkathen“, auftreten. Die Bewohner des alten Elbdorfs sind seit Jahrzehnten im Widerstand, egal ob gegen die Hafenerweiterung, gegen Schlickhügel oder gegen das Kohlekraftwerk. Wird die Autobahn gebaut wie geplant, würde sie Moorburg mit noch mehr Verkehr, Lärm und Abgasen ersticken.

Deshalb haben sie am  Wochenende schon mal Flagge gezeigt. Gemeinsam mit dem Wilhelmsburger „Bündnis Verkehrswende Hamburg“ und dem NABU Hamburg projizierte die Initiative die „Stop A26 Moorburg“ überdimensionale Texte und Bilder an die riesigen Gebäude des Kohlekraftwerks. „Wir wollen ein Lichtzeichen gegen die Pläne des Senats setzen“, sagt Stephan Zins von der Moorburger Initiative.

Vorab hatten das „Bündnis Verkehrswende“ und der NABU Staatsrat Rieckhof aufgefordert, am 18. Januar die Autobahnpläne nicht nur mit Hilfe einer Berliner Kommunikationsagentur zu erklären, er solle auch eine Diskussion über mögliche Alternativen zulassen. „An der Bereitschaft der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation wird sich messen lassen, wie ernst es die Behörde tatsächlich mit der im Koalitionsvertrag verbindlich geregelten Bürgerbeteiligung meint“, sagt Manuel Humbug vom „Bündnis Verkehrswende“.

Malte Siegert vom NABU Hamburg sieht in der A26 Ost nicht nur einen „infrastrukturellen Anachronismus“ und ein „stadtplanerisches Armutszeugnis“: „Es ist zudem ein ökologisches Desaster für artenreiche und wertvolle Reste des Grüngürtels südlich von Moorburg.“ ag