Harburg - Der "Schneekönig" ist tot. Ronald "Blacky" Miehling starb im Alter von 72 Jahren in Bremen. Er war einer, nein vermutlich der größte Kokaindealer Hamburgs in den 1990er Jahren. In Harburg und dem Landkreis tauchte er immer wieder auf. Im Landkreis im Zusammenhang mit dem "5-Mark-Stück-Mord". In Harburg mit einer opulenten Geburtstagfeier in der Villa Harburg.

1978 war Fleischgroßhändler Manfred H. in seiner Villa in Jesteburg erschossen worden. Die Tat wurde als der 5-Mark-Stück-Mord" bekannt, weil das Opfer ein solches Geldstück umklammerte, als es tot gefunden wurde. Der Fall wurde in der Fahndungssendung Aktenzeichen XY ausgestrahlt. Später wurde Miehling durch einen V-Mann überführt, der von der Tat etwas mitbekommen hatte.

In Harburg feierte Miehling 2014 in der Villa Harburg an der Buxtehuder Straße seinen 64. Geburtstag. Das Motto stilecht "White Night". Denn da saß Miehling bereits zum zweiten Mal wegen Kokainschmuggels in Haft. Das er groß feiern konnte, war möglich, weil er Freigänger der Haftanstalt Glasmoor war.

Die Party war wild. Eine Blondine trällerte ihm ein Ständchen. "Blacky" trank Champagner und ließ sich vor einem, großen Porträt im Stil der Pop-Art, das ein Aachener Künstler geschaffen hatte, fotografieren.

Einer fehlte damals bei der Feier. "Milliarden Mike", bürgerlich Peter Mike Wappler, ein notorischer Betrüger und Hochstapler, der wie "Blacky" mehrere Jahrzehnte seines Lebens hinter Gitter saß. Beide waren Freunde. Doch "Milliarden Mike" kam nicht. Man hatte ihm kurz zuvor in den Fuß geschossen und er konnte nicht die Treppen zur Villa hochumpeln. Gefeiert wurde damals bis 6 Uhr früh. Danach verlor sich, zumindest im Raum Harburg die Spur des "Schneekönigs" zv