Hausbruch - Pastor Hans A. Gerdts wurde am Sonntag mit einem feierlichen Gottesdienst in der Thomas-Gemeinde in Hausbruch anlässlich seines 60-jährigen Ordinationsjubiläums geehrt. Alle waren gekommen. Familie, Freunde, Gemeinde und Wegbegleiter. Die Kirche war unter den gegebenen Coronaauflagen voll besetzt.

Pastor Hans A. Gerdts wurde 1936 als Sohn eines Pastors in Moorburg geboren. Bereits seit seiner Jugendzeit hatte er den Wunsch, eine seelsorgerische Laufbahn wie sein Vater und Großvater einzuschlagen. Nach dem Abitur 1955 am Friedrich-Ebert-Gymnasium, wo er den altsprachlichen Zweig besucht hatte, lernte er die Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch.

Gleich nach dem Abitur studierte er Philosophie und Theologie in Hamburg und Heidelberg. Nach der Hochzeit 1959 mit seiner Ehefrau Elisabeth, die er in Heidelberg kennengelernt hatte, wurde er am 18. Februar 1962 nach Ablegung des theologischen Examens vor der Nordelbischen Landeskirche, als Seelsorger in seine erste Gemeindestelle in Neuengamme eingeführt. Eine seiner ersten kirchlichen Amtshandlungen fand aufgrund der Flutkatastrophe in seinem Geburtsort Moorburg statt, wo er Opfer der schweren Hamburger Sturmflut beerdigen musste.

Während der aktiven Dienstzeit hatte er weitere Pfarrstellen in Horn, Rosengarten-Vahrendorf und zuletzt von 1986 bis 2001 in der Thomas-Gemeinde in Hausbruch mit viel Herzblut ausgeübt. Daneben hat er viele Jahre im NDR-Beiträge der 'Plattdüütschen Morgenandacht' gestaltet, die wie seine plattdeutschen Gottesdienste in der Süderelberegion stets viel Aufmerksamkeit erhielten und den Gottesdienstbesuchenden immer Wärme und Zuversicht vermittelten.

Zu seinen besonderen beruflichen Tätigkeiten gehörten etwa die Aufgaben des Indienreferenten des Missionswerkes der Nordelbischen Landeskirche, der Dienst der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Bangkok/Thailand und ein Engagement der ev. Kirche in der Türkei.

Der Festgottesdienst, den Hans A. Gerdts zum Jubiläum hielt, war geprägt durch die Wertschätzung eines jeden Menschen und das Vertrauen zu seinem Nächsten. Dabei ging er auch auf die aktuellen Auseinandersetzungen um die Kriegsgefahr an der ukrainischen Grenzregion ein: "Krieg kann und darf keine Lösung sein. Es muss immer eine Gesprächsbereitschaft der Beteiligten geben, die die beiderseitigen Interessen und Bedürfnisse berücksichtigt. Das Verständnis und die Wertschätzung für seinen Nächsten und für sich selbst sowie die Fähigkeit zu vergeben und zu verzeihen, sind die wichtigsten Grundlagen menschlichen Zusammenlebens“, sagte der Jubilar.

Der Gottesdienst wurde zusätzlich zum Orgelspiel musikalisch begleitet vom Bläserensemble der Thomasgemeinde und einer privaten Combo aus Querflöte und Gitarren. Zum Abschluss des Gottesdienstes wurde von Herrn Pastor Krüger aus einem persönlichen Glückwunschschreiben der Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs an Pastor i. R. Hans A. Gerdts zitiert, die ihm den Dank und die Anerkennung für seine seelsorgerische Lebensleistung aussprach.

Ein Wunsch des Jubilars nach einem letzten gemeinsamen Abendmahl mit der Gemeinde konnte jedoch leider wegen der Coronalage nicht mehr erfüllt werden. Mit seinem Schlusswort bedankte sich Hans A. Gerdts bei seiner Ehefrau und seinen Kindern für die Unterstützung bei seiner erfüllenden kirchlichen Tätigkeit.

Bereits 2001 wurde Pastor Gerdts für seine Verdienste für die Süderelberegion mit dem 'Süderelbethaler' der Bezirksversammlung und des Bezirksamtes Harburg geehrt. (cb)