Alexandra Momberg rettete einem 79-Jährigen das Leben.

Heimfeld - "Stayin Alive". an diesen Klassiker der Bee Gees dachte Alexandra Momberg,

als sie einen Mann wiederbelebte. Die 22-Jährige rettete ihm so das Leben. Im Takt der Melodie reanimierte die Altenpflegerin an der Haakestraße, bis Rettungskräfte eintrafen. "Ich bin begeistert von der Leistung", sagt Harburgs Polizeichef Dirk Noetzel, der persönlich der jungen Frau dankte.

Vor knapp zwei Wochen, am Sonnabend, den 4. Juli, waren Alexandra, ihre schwester und ihre Nichte in der Haakestraße unterwegs, als sie ein Scheppern hörten. Ein roter Polo war von der Straße in den Seitenstreifen gerollt, hatte zwei Autos demoliert und war direkt mit der Fahrerseite an einem Baum stehen geblieben.

Im Fahrzeug bemerkten sie den zusammengesackten Fahrer. Auch ein Mann von einem nahen Kiosk kam angelaufen. "Wir haben dann festgestellt, dass die Türen verschlossen sind“, sagt Alexandra. Der Mann ging dann erstmal einfach weg. "Meine Schwester wusste, dass bei alten VW Polos der Kofferraum meistens nicht verriegelt ist", erzählt Alexandra. Das war auch so Die 22-Jährige kletterte durch den Kofferraum in den Wagen. „Ich habe dann die Beifahrertür von innen aufbekommen“, sagt Alexandra. Dann kletterte sie auf den Beifahrersitz und schnallte den leblos im Gurt hängenden Fahrer ab. „Da war dann auch wieder der Mann, der zuerst da war. Er war wirklich groß und kräftig. Aber er hatte es nicht geschafft, den Mann aus dem Wagen zu ziehen.“

Als Altenpflegerin habe man aber "so seine Tricks". "Wir haben es ja auch immer wieder mit schweren Menschen zu tun", sagt die 22-Jährige. „Ich habe ihn hinten an der Hose gepackt und rausgezogen." Die anderen haben noch geholfen, weil sich die Beine des Mannes am Schaltknüppel verhakt hatten. Auf der Straße prüfte sie dann die Atmung und den Puls. "Beides war nicht vorhanden“, so Alexandra.

Dann bekam sie das Telefon von ihrer Schwester, die mit der Einsatzzentrale der Feuerwehr telefonierte. „Die sagten mir, dass mit der Herzdruckmassage angefangen werden muss. ich hatte eigentlich Angst und denen das auch am Telefon gesagt. Aber dann habe ich es einfach gemacht", sagt sie. Zum Rhythmus von Stayin Alive drückte sie auf den Brustkorb des Mannes. "Wir hatten zwei worchen vorher einen Auffrischungskurs, das wurde das so empfohlen."

Kurz darauf kamen Polizisten, dann erst der Rettungswagen. Solange reanmimierte die 22-Jährige weiter. "Ich war schon uziemlich am Ende", sagt sie. Noch fast eine Dreiviertelstunde reanimierten die Rettungskräfte weiter, bevor der Mann ins Krankenhaus kam. "Die Polizisten haben noch gesagt, dass ich das gute gemacht hätte", erinnert sie sich. Dann rief sie ihre Mutter an.

Ein paar Tage später Tage kam ein  überraschenderAnruf aus dem Krankenhaus. Ein Oberarzt sagte, dass der 79-Jährige zwar noch auf der Intensivstation liegt, aber dass er höchstwahrscheinlich nicht ohne die schnelle Reanimation überlebt hätte. Mittlerweile geht es dem Mann so gut, dass er auf eine normale Station verlegt wurde.

„Ich erwarte eigentlich, dass das jeder macht“, sagt Alexandra Momberg, die als vierjährige aus Polen nach Deutschland kam, über ihre Tat. „Es könnten ja auch deine Mutter oder dein Vater sein die auf eine solche Hilfe angewiesen sind.“ zv