Finkenwerder - Die Kaimauer am Westufer des Steendiekkanals wird derzeit nach vorangegangenen umfangreichen Planungen auf einem etwa 600 Meter langen Streckenabschnitt vollständig saniert. Ursächlich für die erforderliche Sanierung sind massive Schäden an der 100-jährigen historischen Spundwand, Ausspülungen hinter der Kaimauer sowie daraus resultierende wiederholte landseitige Versackungen auf dem dort verlaufenden Wanderweg.

Der zur Finanzbehörde gehörende Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) agiert als Bauherr für die Freie und Hansestadt Hamburg. Der LIG koordiniert dabei die ReGe Hamburg Projekt-Realisierungsgesellschaft mbH, welche die Baumaßnahmen als Projektrealisierungsträger durchführt. Die Sanierungsmaßnahmen haben im Frühjahr 2021 begonnen und sind voraussichtlich bis Mitte 2023 abgeschlossen. Die Gesamtkosten der Sanierungsarbeiten betragen rund 23 Millionen Euro.
Aktuell werden die rund 27 Meter langen Spundbohlen aus Stahl auf der gesamten Länge in Richtung Norden eingebracht. Der Umschlag der insgesamt 4.100 Tonnen Stahl erfolgte bereits wasserseitig mittels vier Schiffslieferungen.

Um die vorhandene historische Kaimauer zu entlasten, wird auf der gesamten Uferlänge eine neue Spundwand in einem Abstand von etwa zwei Metern vor die bestehende abgängige alte Uferwand gesetzt. Dieses geschieht mit Hilfe land- und wasserseitiger Geräte im Zuge eines „Vibrationsverfahrens“.

Zusätzlich wird eine Rückverankerung der neuen Spundwand mittels rund 230 Schrägpfählen geschaffen. Der Bereich zwischen dem alten Uferbauwerk und der neuen Spundwand wird verfüllt, sodass zusätzliche Landfläche entsteht. Im Mündungsbereich des Kanals wird die Spundwandvorsetze innerhalb der vorhandenen Böschung hergestellt. Nach Installation eines Geländers zur Absturzsicherung wird der Uferweg auf voller Länge wieder hergestellt. (cb)