Wilhelmsburg - Drei junge Männer, die einen Passanten ohne jeglichen Grund krankenhausreif geschlagen haben, müssen sich jetzt wegen versuchten Totschlags verantworten. Die Tat selbst ereignete sich bereits im Oktober vergangenen Jahres an der Neuenfelder Straße. Dort hatte eine Gruppe Jugendlicher "Showkämpfe" durchgeführt.

Als der Mann in die Gruppe geriet, wurde er von zwei 17-Jährigen aus Wilhelmsburg und einem 19-Jährigen aus Lurup angegriffen. Mit einem "Wrestlergriff" sei der Mann zu Boden gebracht worden. Dann habe man auf ihn eingetreten und eingeschlagen.

Der 39-Jährige erlitt einen mehrfachen Kieferbruch. Zudem erlitt er Brüche in der Augenhöhle und an der Nase. Er kam ins Krankenhaus und musste mehrfach operiert werden.

Die Polizei ermittelte bereits im Februar die Tätergruppe. Damals ging man von einer gefährlichen Körperverletzung aus. Unter anderem Zeugenaussagen haben dazu geführt, dass der Tatablauf weiter rekonstruiert werden konnte. Mittlerweile wird die Tat als versuchter Totschlag bewertet. Dem folgte auch ein Richter, der jetzt Haftbefehle ausstellte.

Die wurden am Mittwochmorgen vollstreckt. Einer der 17-Jährige, der mit Corona infiziert ist und sich in Quarantäne befand, wurde von Polizisten in Schutzmontur abgeholt. Er kam, wie seine Komplizen, ins Untersuchungsgefängnis, ist dort aber in einem separierten Bereich untergebracht. zv