Eißendorfer Damen- und Vizekönig mit Adjutanten: Katja Herpich (v.l., Adjutantin), Damankönigin Regina Wohlgefahrt, Vizekönig Jörg Müller mit Adju Andreas Jepp. Foto: privat

Eißendorf - Beim Schützenverein Eißendorf gibt es gleich drei neue Würdenträger: Die Damengruppe innerhalb des Schützenvereins veranstaltet jedes Jahr ihr eigenes Vogelschießen. Bei dem sportlichen Wettkampf schoss Regina Wohlgefahrt mit dem 372. Schuss den Rumpf des Vogels herunter.

Die 60-jährige Schmuckverkäuferin und dreifache Großmutter konnte bereits 2002 diese Würde erlangen. Als Flötistin des Spielmannszuges und wohnhafte Eißendorfer kennt sie sich sehr gut im Stadtteil aus und freut sich zusammen mit ihrer Adjutantin und gleichzeitigen neuen Damenvizekönigin Katja Herpich den liebenswerten südlichsten Teil von Hamburg zu repräsentieren.

Mit Jörg Müller haben die Eißendorfer zudem einen neuen Vizekönig. Seine fünf Mitstreiter hatten beim 151. Schuss des Kaufmannes im Gesundheitswesen das Nachsehen. Der 54-jährige Müller, Schöffe beim Landgericht Hamburg, konnte den Rumpf des Vogels herunterschießen und sich so seine zweite Amtszeit als Vizekönig sichern. Bereits 2014 erlangte der wohnhafte Neugrabener den Vizekönigstitel und startete seine Königskarriere in seiner zweiten Heimat Eißendorf. Zwei Jahre später 2016 wurde er Schützenkönig.

Mit Holger Schlüter hat der Eißendorfer Schützenverein eine ganz besondere Majestät. Dem 57-jährigen Transportlogistiker gelang es im Patenverein der privilegierten Schützengesellschaft Pappenheim von 1491 e.V. den entscheidenden Schuss um die Königswürde zu erzielen.

Während in Norddeutschland beim Vogelschießen derjenige Schütze König wird, welcher den letzten Span des Rumpfes vom Holzvogel herunterschießt, ermitteln die Franken ihren König auf eine ganz andere Art. Der Schütze schießt mit dem Luftgewehr Freihand auf eine Scheibe, welche unmittelbar nach dem Schuss durch eine Klappe verdeckt wird, so dass der Schütze sein Ergebnis nicht sofort sehen kann. Holger Schlüter ist der erste Eißendorfer, welcher an der Altmühl gelegenen ehemaligen Residenzstadt der Reichserbmarschälle diese Würde für sich entscheiden konnte.  (cb)