Harburg - Der Harburger Turnerbund trauert um Heinz Seyffert, den alle Fußballer nur unter seinem Spitznamen „Muffel“ kannten und der das älteste Mitglied der Fußballabteilung war. Heinz Seyffert starb am vergangenen Freitag in seinem 93. Lebensjahr.

Seine Fußballjugend verbrachte er ab 1934 bei Normannia Harburg. 1944 musste Heinz seinen Wehrdienst antreten. Erst Ende 1949 kam er aus russischer Kriegsgefangenschaft in seine Heimat zurück. Nach der Spielserie 1949/50 wechselte Heinz zum Amateurligaaufsteiger Einigkeit Wilhelmsburg. Dort entwickelte er sich zum Spezialisten für Freistöße und er fiel auch als Elfmeterschütze auf. Der HTB wurde auf ihn aufmerksam und lotste „Muffel“ zur Jahnhöhe.

Gleich in der ersten Serie wurde mit seiner Mithilfe die Meisterschaft in der Amateurliga erreicht und mit dem Aufstieg in die Oberliga Nord gekrönt. Anfangs noch als Stürmer, aber schon früh zum Verteidiger umgeschult, war er bekannt für seine unnachahmlichen „Freistoß-Bomben“, die an den unvergessenen Nationalspieler Paul Janes erinnerten. Auf diese Weise erzielte „Muffel“ 17 Treffer in drei Oberligajahren. 1962 beendete Heinz im Alter von 37 Jahren seine einzigartige Ligakarriere, in der er auch mehrfach in die Hamburger Auswahl berufen wurde.

Heinz Seyffert war eine Institution beim HTB und kickte bis zum 60. Lebensjahr in der Altliga für die schwarz-weissen Farben des Turnerbundes. Nach seiner langjährigen Karriere blieb er dem HTB, dem er 68 Jahre angehörte, bis zum Schluss treu und besuchte auch im hohen Alter noch unsere Veranstaltungen. Mit ihm verlor der Turnerbund eine große Spielerpersönlichkeit, die den Verein im Nachkriegs-Deutschland überregional bekannt gemacht hat.

Für seine Verdienste wurden dem untadeligen Sportsmann die Goldene Ehrennadel und die Ehrenmitgliedschaft des Vereins verliehen. (cb)