Harburg - Zugegeben: Die Bezeichnung "Pavillon am See" ist an sich schon kreativ. Genau genommen hätte man das kleine, 1937 als "Toilettenhäuschen mit Trinkhalle" gebaute Gebäude auch "Lokus an der B73" nennen können. Jahrelang rottet das seit 2010 unter Denkmalschutz stehende Häuschen, das immer mal  mehr oder weniger sinnvolle Zwischennutzungen hatte, vor sich. Ein Käufer, der von den Immobilienmanagern der Stadt gesucht wurde, fand sich trotz ihrer kreativen Namensschöpfung nicht.

Jetzt haben sich Florian Tampe und Claudia Kulenkampff dem hübschen kleinen Gebäude angenommen und in ihre Mission den "öffentlichen Raum, schmücken, verpacken, entdecken und erforschen" zu wollen, integriert. Es ist wirklich sehenswert, was daraus geworden ist. Das Haus wirkt wie ein zwischen Herbstgrün schlummernder Riese, der von besseren Zeiten träumt. Autofahrer, die jeden Tag zu tausenden vorbfahren, sind oftmals entzückt.

Zudem gibt es in dem kleinen, etwa 45 Quadratmeter großem Häuschen eine Ausstellung, die bis zum 10. November immer donnerstags von 10 Uhr bis 17 Uhr zu sehen ist. Die Zeit soll aber vor allem genutzt werden, um sich im Pavillon zu treffen, um sich über öffentlichen Raum und besondere Orte in Harburg auszutauschen und eine Karte von Harburg zum Thema zu erstellen.

Den Claudia Kulenkampf und Florian Tampe haben noch einiges vor. Sie sehen die aktuelle Kunstaktion als Teil einer Reihe von vergleichbaren Aktivitäten, die in Harburg umgesetzt werden sollen. Deshalb auch die Karte.

Für das kleine Häuschen an der B73 ist die jetzige Aktion vielleicht der nächst Schritt für eine Revitalisierung. Erst 2020 waren 200.000 Euro für die Sanierung, Herrichtung und Ausstattung des denkmalgeschützten Kleinods, verbunden mit dem Wunsch, dass sich eine "soziale oder kulturelle" Nutzung findet, bereitgestellt worden. Viel ist in diese Richtung seitdem ja nicht passiert. zv