Harburg - Ernüchternd, was das Begleitgremium, dass die Weichen für die Zukunft des Rieckhofs stellen soll, so an Vorschlägen hat. Harburgs Veranstaltungszentrum soll ein Platz zum "Abhängen" mit "Soliküche" und "Wärmestube" sowie "niederschwelligen künstlerischen Angeboten" werden. Der Fokus habe auf Angebote für "junge und arme Menschen" und "marginalisierte Gruppen", was Randgruppen bedeutet, gelegen.

Beteiligt an der Richtungsstellung sind der Integrationsrat, der Kreisschülerrat, die Harburger Jugendforen (für Jugendliche, die in der Flüchtlingshilfe sind), das Studentenparlament der TU, der Seniorenbeirat und Vertreter der Parteien, wobei Linke und AfD nicht gekommen waren. Erhellend: Nicht beteiligt waren Institutionen wie Südkultur. Auch nicht dabei war die Zielgruppe des Rieckhofs: Normale Harburger. Ebenfalls irritierend: Viele der Teilnehmer haben offenbar gar nicht gewusst, über was sie da reden. Denn die Verwaltung räumt ein, dass der Rieckhof "einer Vielzahl" der Teilnehmer nicht bekannt gewesen sei.

Einen "Fahrplan" hat die Behörde. Bereits im November soll die Ausschreibung beginnen. Im Frühjahr soll es eine Präsentation vor der Jury geben. Die Übernahme durch einen neuen Träger soll am 1. Juli kommenden Jahres stattfinden.

SPD und Grüne gelten, als Unterstützer des Plans des Bezirksamtes. Linke, FDP und CDU, sowie die AfD sind dagegen. "Für uns kommt der Plan des Bezirksamtes überhaupt nicht in Frage", sagt CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer. Denn der sei "indiskutabel". Man habe zu der Sitzung des Begleitgremiums ohnehin nur jemanden geschickt, um zu wissen, "was für ein Unsinn dort verzapft wird".

Rainer Bliefernicht, ebenfalls CDU, sieht die neue Ausrichtung als nicht tragfähig. "Konzept des Rieckhofs ist es, einen Teil der Kosten selbst zu erwirtschaften", so Bliefernicht. Mit der jetzt bekannt gewordenen Ausrichtung sein "kein Blumenpott zu gewinnen". zv