Harburg - Die 6. SuedLese-Literaturtage im Süden Hamburgs gehen ins letzte Drittel und trotz des Sommer-Wetters und EM kommt vielen Harburgern das Buch nicht zu kurz. Zu den Highlights der 3. Etappe zählt sicherlich die Lesung von Kinderbuchstar Kirsten Boie, die in „Dunkelnacht“ sich dem Thema des Nationalsozialismus annimmt.

Am heutigen Montag, 21. Juni, wird die für das Bürgerhaus Wilhelmsburg aufgezeichnete Lesung mit Boie über www.suedlese.de ausgestrahlt und zeigt berührende und mahnende Aspekte auf. Denn Kirsten Boie geht teils aus eigenen Lebenserfahrungen auf soziale Zwänge und Vorurteile ein, die auch heute noch Gültigkeit zeigen.

Thematisch passend geht Rainer Engelmann am Freitag, 25. Juni in seiner Lesung „Der Fotograf von Auschwitz“ auf das Leben von Wilhelm Brasse ein, der in Auschwitz zum unfreiwilligen Dokumentar von menschenverachtenden Experimenten wird. Über jüdisches Leben über die Jahrhunderte hingehen handelt die Lesung von Rosa Hipp („Die Gondel mit dem magischen Schwert“) am Donnerstag, 24. Juni.

Die meisten Lesungen finden online im Internet statt und wurden teils zuvor aufgezeichnet. „Das hat eine Menge Mehrarbeit gemacht aber auch dazu geführt, dass die Konzentration der Lesenden höher ist, Ton und filmische Darstellung angenehmer den Inhalt rüberbringen und durch die wiederum Einbettung in Videokonferenz-Formate es den Zuhörern dennoch möglich ist, direkt mit den Autoren sich auszutauschen, ins Gespräch zu kommen“, so resümiert SuedLese-Projektleiterin Anne Lamsbach die Erfahrungen der ersten SuedLese-Wochen.

„Klar hätten wir alle die Lesung vor Ort bevorzugt – die es ja auch hin und wieder und zum Glück gibt“, so Lamsbach weiter. „Aber mit der Herangehensweise haben wir schon jetzt teils erstaunliche Ergebnisse erzielt, die weit über die klassischen Leseformate hinausgehen, wie etwa die dichterische Lesung von Elif Saydam und Vera Palme aus dem Kunstverein Harburger Bahnhof oder der Beitrag von Jens Böttcher, dem Träger des Landkreis-Preises Blauer Löwe. Auch nutzen recht viele Zuhörende unsere Möglichkeit des freiwilligen Eintrittes, was die Wertschätzung gegenüber unserer Literaturszene verdeutlicht.“

Und auch der Schulterschluss mit Kulturschaffenden aus dem Landkreis Harburg zeigt sich schon jetzt als Riesenerfolg. „Ohne es vorweg nehmen zu wollen – aber es schreit regelrecht nach einem weiteren Aufschlag im kommenden Jahr.“ Alle Termine und auch Direktlinks zu den Online-Lesungen über www.suedlese.de und etliche Lesungen sind dort auch als Wiederholungen bis Ende der SuedLese zu finden.  (cb)