Harburg - Laut und leise sind keine Gegensätze, sondern bedingen einander. Wer die eine Seite nicht kennt, kann mit der

anderen nicht umgehen. So lässt sich das Werk von Margrit Rohmann beschreiben, das vom 15. August bis 15. September in der Sonderausstellung „Margrit Rohmann – Retrospektive“ im Stadtmuseum Harburg zu sehen ist. Die Künstlerin vereint in ihren Arbeiten, die jetzt zum ersten Mal so umfassend der Öffentlichkeit präsentiert werden, kraftvolle, nahezu expressionistische Gemälde, aber auch zarte, poesievolle Aquarelle.

In diesem Jahr wäre die Harburger Künstlerin Margrit Rohmann (kleines Foto links) 75 Jahre alt geworden. 1943 in Celle geboren, wuchs sie in Hamburg auf und lebte viele Jahre  in Harburg. Nach ihrem Tod übergab ihr Ehemann, Ernst Brennecke, dem Harburger Museum den vollständigen Nachlass. Ihr Werk umfasst zahlreiche Aquarelle, Ei-Tempera-Bilder, Ölkreiden, Holzschnitte und Fotografien, die sich allesamt durch eine akribische Weltsicht, voller Details und voller Liebe zur Farbe und zum Licht, auszeichnen.

In ihren Arbeiten setzte sich die Künstlerin immer wieder mit der Umwelt auseinander. Dabei hinterfragte sie ständig das Gesehene und auch das Gemalte. Landschaften wurden abstrahiert, Menschen typisiert. Im nordfriesischen Wattenmeer entdeckte sie eine ungeheure Farbenpracht, in ihrer Harburg-Serie wurde der Harburger Ring auf eine ganz eigene Weise dargestellt. Besondere Ausdrucksmöglichkeiten entdeckte sie in der Hittfelder Glasgalerie von Eliška Stölting. Dort fotografierte sie in die dort ausgestellten Glasobjekte hinein, um neue Farb- und Flächenwelten zu entdecken.  

Knapp 100 Werke der Künstlerin sind erstmals in einer Ausstellung zu sehen. Der Eintritt zur Schau am Museumsplatz 2 in Harburg kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 17 Jahre ist der Eintritt frei.  Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17Uhr.  (cb)

Rainer-Maria Weiss und Ernst Brennecke vor dem Triptychon Gesang der Schweigenden. Foto: Christian Bittcher

Knapp 100 Werke der Künstlerin sind erstmals in einer Ausstellung zu sehen. Foto: Bittcher