Graffiti

Heimfeld – Was wird aus der Sprayerwand am Bostelbeker Hauptdeich? Gefährdet sie die Deichsicherheit oder kann

Hamburgs längstes Kunstwerk sogar noch verlängert werden? Um Antworten zu bekommen, hatte die Bezirksversammlung Michael Schaper, Abteilungsleiter Deichverteidigung und Deichaufsicht im Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG)  in den Kulturausschuss eingeladen.

Am 11. Dezember 2012 traf der LSBG eine  Entscheidung, die Harburgs Ruf als aufstrebender Kulturstandort festigte: Er genehmigte dem Verein GroßstadtRaum, den Bostelbeker Hauptdeich von Kilometer 6,620 bis 6,875 als legale Graffiti-Wand zu nutzen. Seither treffen sich Streetart-Künstler aus ganz Europa und schmücken diesen eher tristen Teil Heimfelds mit ihren Werken – immer wieder neu, denn in der Szene ist es üblich, bestehende Graffiti nach einiger Zeit zu übersprayen.

Nach knapp sechs Jahren fand die SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung, es sei Zeit für eine Bilanz, vor allem auszuloten, ob das Erfolgsmodell „Hall of Fame“ noch ausgebaut werden kann.

Schapers Antwort auf einen möglichen Ausbau war eindeutig: eher nicht! Er begründete das auch mit einem Argument, das aus seiner beruflichen Position nachvollziehbar ist: Es sei zurzeit nicht feststellbar, ob die „Behandlung“ der Deichmauern mit Farben wirklich keine  Schäden veursacht. Die Farbschichten seien zum Teil schon bis drei Zentimeter dick und es gebe Hinweise darauf, dass sich unter der Farbe Taschen mit Feuchtigkeit gebildet hätten. Das wäre nicht gerade förderlich für die Stabilität der Mauern.

Allerdings könne dieser Verdacht nicht erhärtet werden, weil dem LSBG zurzeit das Geld für eine gründliche Untersuchung fehle. So lange es aber keine weiteren Erkenntnisse gebe, wolle der LSBG kein weiteres Stück des Deiches als Sprayerwand freigeben. ag