Harburg - Sommer oder Pleite im Park? Oder, wie es ein Künstler formulierte "Sommer im Regenwald"? Das

erste Festival auf der Freilichtbühne, großzügig vom Bezirk unterstützt und durch eingeworbene Sponsorengelder ergänzend finanziert, hatte zumindest an zwei der drei Tage mit dem Wetter zu kämpfen. Und, was vielen nicht bewusst ist, an drei Tagen zusätzlich mit dem Verkehr. Harburg war mal wieder schlecht zu erreichen.

So kamen am Freitag und am Sonnabend nur verhältnismäßig wenige der Besucher zu Hauptakts wie den Celtic Cowboys am Freitag oder zu Franz Josef und Band am Sonnabend. Das Wetter hatte einfach nicht mitgespielt. Die Kopfhörerparty am späten Abend, bei der drei DJ´s verschiedene Musikrichtungen anbieten, die dann wahlweise über den Kopfhörer empfangen werden kann, zog knapp 40 Fans. Damit legte jeder DJ für etwa ein Dutzend Zuhörer auf.

Versöhnlich war der Sonntag, an dem die Freilichtbühne ihre Trumpf, eine traumhafte Einbettung in den tollen Stadtpark, ausspielen konnte. Deutlich mehr Besucher kamen, um ein Potpourri von Darbietungen zu erleben, die zwischen Big-Band, A-Capella oder bolivianischer Folklore hin und her hüpften. Auch wenn nicht jeder Programmpunkt gleich viele Fans vor der Bühne festhielt, das Konzept hatte zumindest einen Vorteil: Es hatten Menschen mit verschiedensten Geschmäckern einen Grund für einen Abstecher zur Stadtparkbühne gegeben.

Und das war auch einer der Zielpunkte, wie es Citymanagerin Melanie-Gitte Lansmann betont. "Die Besucher, die da waren, waren begeistert und auch die Künstler sind zufrieden", sagt sie. Alle sind trotz des Wetters aufgetreten und haben sich in vielen Fällen zwischenzeitlich schon per Email gemeldet - mit positivem Feedback. Und auch die Verkehrslage, Künstler aus Bahrenfeld brauchten zweieinhalb Stunden, um Harburg zu erreichen, hat sie nicht froh gestimmt. "Trotzdem sind alle gekommen und alle aufgetreten", so Lansmann. Ihr Resümee: Es soll auch im kommenden Jahr ein Festival Sommer im Park geben. "Klar muss man aus den Erfahrungen schöpfen und schauen, was man noch verbessern kann", sagt sie. Sicher wird sie sich da eng mit Dezernentin Dr. Anke Jobmann vom Bezirksamt zusammen schließen. Die war an allen drei Tagen präsent, um das erste Festival dieser Art auf der Freilichtbühne zu verfolgen. Auch sie äußerte sich zufrieden mit dem Ablauf.

Dass das "Weiße Dinner" an einer anderen Ecke des Stadtparks am Sonnabend nach einem Wolkenbruch, pünktlich zum Aufbau, ein Flop war, nimmt Melanie-Gitte Lansmann, die auch das Fest als Citymanagerin organisiert hatte, hin. "Vier Jahre hatten wir mit dem Wetter Glück und ausgerechnet im Jahrhundertsommer sowas. Das ist dann eben so", sagt sie. Immerhin ein Tisch, geschützt durch einen mobiles Zeltdach, hielt durch.

Wenig Sorgen, auch mit dem Wetter, hatte man beim Meckelfelder Dorffest, dass seine Bühne mit Gassenhauer Beorney & die Tri Tops bestückte. Trotz der Sommerpause des Wetters konnten die Veranstalter einen vollen Platz verbuchen.

Wenig Sorgen mit dem Wetter hatte Heimo von Marias Ballroom bei seinem Phoenix-Viertel-Fest in der Lassallestraße. Auftritte von Lord Bishop oder Jimmy Cornett zogen ihre Fans. Dass es auch dort einen Stilmix gab, zeigte Auftritte von Künstlern aus dem Schlager-Lager, darunter Peter Sebastian. Am Ende war Heimo, der nicht sehr glücklich mit der Häufung von Veranstaltung an dem Wochenende und der damit offensichtlich mangelnden Koordination war, versöhnt. Es ist auch für ihn gut gelaufen. zv