Harburg – Wohnungen statt Garagen:  Mehr als 60 Jahre lang gab es im Innenhof zwischen den Wohngebäuden an der Marienstraße und der Julius-Ludowieg-Straße einen Garagenhof. Die 40 Garagen wurden im November vorigen Jahres abgerissen (Foto) und machten Platz für neuen Wohnraum.

Der Ev. Luth. Gesamtverband Harburg - er hat bereits 260 Wohnungen im Bezirk Harburg im Bestand - baut auf dem Grundstück 30 Mietwohnungen. Am Dienstag-Nachmittag wurde der Richtkranz über den Neubau hochgezogen. Richtfest in Corona-Zeiten, das heißt kleiner Kreis, keine Getränke und den Richtschmaus gab es für die Gäste zum Mitnehmen nach Hause, verpackt in einer Papiertüte.

Trotzdem sind alle Beteiligten mit dem Erreichten zufrieden, denn es war ein schwieriges Projekt: Der Hinterhof ist nur über die Toreinfahrt des Hauses Marienstraße 40 zu erreichen. „Die Belieferung der Baustelle geschieht ausschließlich durch die Toreinfahrt, die dafür auf die für Betonfahrzeuge (Foto) notwendige Größe erweitert wurde“, sagt Albrecht Schmidt-Sondermann, Geschäftsführendes Mitglied des Verbandsvorstandes, gegenüber harburg-aktuell.

Doch die Lage hat auch einen großen Vorteil: Durch die Innenhoflage entsteht ein besonders ruhiges, und dennoch sehr stadtnahes Ambiente.  Es entstehen 30 Mietwohnungen mit Wohnflächen von 46 bis 88 Quadratmetern. Die Zwei- bis Vierzimmerwohnungen verfügen alle über jeweils einen Balkon oder eine Terrasse.

Eine Tiefgarage mit 21 Stellplätzen komplettiert das Bauvorhaben. Gebaut wird eine Immobilie in KfW-55-Standard mit Blockheizkraftwerk und Solarthermie. Die Fertigstellung des Objekts ist für Juli 2022 vorgesehen. Die Kaltmieten liegen zwischen 12,50 bis 13,50 Euro pro Quadratmeter.

Interessant ist auch der geschichtliche Hintergrund des Areals: Das Grundstück mit Vorderhaus an der Marienstraße und einem Innenhof gehört dem Gesamtverband seit Ende des 1900 Jahrhunderts. Im Innenhof stand seit 1906 ein Saalbau für den Ev.-luth. Männer- und Jünglingsverein mit dazugehörigen Nutzflächen.

„Das Vorderhaus an der Marienstraße stammt vermutlich auch aus dieser Zeit. Beide Gebäude wurden erheblich kriegsbeschädigt, das Vorderhaus wurde in den 1950er Jahren wiederaufgebaut. Im Innenhof wurde vorübergehend eine frühe Plastik-/ Kunststoffproduktion betrieben“, sagt Albrecht Schmidt-Sondermann und fügt hinzu: „Ab den 1960er Jahren wurde der gewerbliche Betrieb allmählich eingestellt, die Fläche des Innenhofs wurde mit Garagen bebaut.“

Die Vermietung der Wohnungen erfolgt durch die Firma Reinholz & Hermsdorf Immobilien GmbH. Unter der Telefonnummer 040/47112620 gibt es weitere Informationen.  (cb)

Gruppenfoto mit Bauherren, Architekten, Generalunternehmer und Mitarbeitern unter dem Richtkranz. Foto: Christian Bittcher

Richtspruch und Begrüßung unter dem Richtkranz: Albrecht Schmidt-Sondermann, Polier André Esling und Bauleiter Betim Acifi. Foto: Christian Bittcher